WIRTSCHAFT
14/03/2016 16:43 CET

Studie: Millionen Hausangestellte haben keine soziale Sicherheit

Clerkenwell via Getty Images
Viele Hausangestellte haben keine soziale Absicherung

Sie arbeiten für geringen Lohn von früh bis spät. Wenn sie zu krank oder zu alt sind, werden sie oft einfach auf die Straße gesetzt: Die weitaus meisten der weltweit 67 Millionen Hausangestellten haben nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) keinerlei soziale Sicherheit.

Insgesamt seien rund 60 Millionen Menschen unter derart prekären Verhältnissen beschäftigt. Das beklagt die ILO in einer am Montag in Genf veröffentlichten Studie.

Schlechte Arbeitsbedingungen für Hausangestellte

Betroffen sind vor allem Frauen. 80 Prozent aller Hausangestellte sind weiblich. "Ihre Arbeit ist meistens unterbewertet und ungeschützt", erklärte die ILO-Direktorin für Sozialschutz, Isabel Ortiz.

"Der Beruf ist gekennzeichnet durch eine hohe Fluktuationsrate. Angestellten werden häufig mit Sachleistungen entlohnt oder bekommen irreguläre Löhne", heißt es in der Studie. Das Arbeitsverhältnis sei zudem oftmals nicht in einem formellen Vertrag festgehalten.

"Wenn diese Hausangestellten alt werden oder sich verletzen, werden sie gefeuert - ohne Rente oder angemessene Unterstützung", ergänzte Ortiz.

Auch Industriestaaten sind betroffen

Am schlimmsten sind die Missstände laut ILO in Entwicklungsländern. 68 Prozent aller Hausangestellten sind in Asien und Lateinamerika beschäftigt.

Erhebliche Probleme mit dem Sozialschutz gebe es aber auch in einigen Industriestaaten. In Italien etwa seien 60 Prozent der Hausangestellten nicht behördlich registriert.

In Spanien und Frankreich seien 30 Prozent von der Sozialversicherung ausgeschlossen.

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