POLITIK

Berührende Aktion: Syrerin spielt Klavier im Schlamm von Idomeni

13/03/2016 16:21 CET | Aktualisiert 13/03/2016 17:18 CET

  • Im griechischen Flüchtlingslager Idomeni sind Tausende Flüchtlinge gestrandet

  • Die Situation für die Menschen ist nach Tagen des Dauerregens für die Menschen furchtbar

Es ist ein Bild, das berührt. Eine junge Syrerin spielt im Schlamm des Flüchtlingslagers Idomeni in Griechenland auf einem weißen Flügel. Helfer halten eine Plane, Flüchtlingskinder sind gekommen, um der Musik zu lauschen.

Auch der bekannte chinesische Künstler Ai Weiwei ist vor Ort. Er hat die Aktion initiiert und den Flügel besorgt. Ai Weiwei hatte am Mittwoch überraschend die Flüchtlinge im improvisierten griechischen Lager Idomeni besucht. "Ich bin auch nur einer von ihnen, deshalb bin ich hier", sagte er einem Reporter der Nachrichtenagentur dpa vor Ort.

Syrerin will zu ihrem Mann nach Deutschland

Die Musikerin ist selbst seit drei Jahren auf der Flucht, wie die "Süddeutsche Zeitung" schreibt. Sie sagt: "Ich war sehr nervös, aber ich fühle mich sehr gut, meine Hände wieder auf ein Klavier zu legen." Sie will schleunigst nach Deutschland, wo ihr Mann lebt.

idomeni

(Flüchtlingskinder in Idomeni)

"Das hier ist die Realität. Es zeigt, wie Europa funktioniert, wie die Menschheit funktioniert, in welchem Zustand die heutige Welt ist." Sein Besuch diene auch dazu, die internationale Öffentlichkeit zu informieren, fügte er hinzu.

Ai Weiwei, der in seiner Heimat China lange Zeit Repressionen ausgesetzt war, besuchte das Lager an der nun geschlossenen Grenze zu Mazedonien bei strömendem Regen.

Ai Weiwei sorgte kürzlich in Berlin für Aufsehen

In einen gelben Regenmantel gekleidet, machte er sich ein Bild von den horrenden Umständen, unter denen die Flüchtlinge dort hausen. Die asylsuchenden Menschen, die ihn in dem vorherrschenden Gedränge umgaben, schienen ihn nicht zu kennen.

Im Februar hatte Ai Weiwei mit einer Installation aus Schwimmwesten am Berliner Gendarmenmarkt für Aufsehen gesorgt. Der Künstler wollte damit an das Schicksal der Flüchtlinge erinnern, die auf ihrem Weg nach Europa ertrunken sind.