POLITIK
13/03/2016 07:41 CET | Aktualisiert 13/03/2016 09:39 CET

EU-Türkei-Deal: Syrische Flüchtlinge sollen im Blitzverfahren in die EU kommen

dpa

  • EU plant offenbar deutlich schnelleres Aufnahmeverfahren bei Syrern aus der Türkei

  • Sicherheit soll gewährleistet bleiben

Diese Idee dürfte nicht nur in Deutschland für heftige Diskussionen sorgen. Die EU-Mitgliedstaaten arbeiten an einem deutlich beschleunigten Auswahlverfahren, um schnell große Flüchtlingskontingente aus der Türkei aufnehmen zu können. Bereits am Montag treffen sich dazu Experten der 28 Staaten zu weiteren Beratungen. Das berichtet die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf EU-Verhandlungskreise.

Die in der Vergangenheit praktizierte Auswahl durch das UNHCR kommt den Angaben zufolge diesmal nicht in Betracht. Der zeitintensive Auswahlprozess durch das UN-Flüchtlingshilfswerk würde dazu führen, dass pro Jahr nicht mehr als rund 50 000 geeignete Syrer in der Türkei identifiziert werden könnten.

Die Türkei erwartet dagegen die Aufnahme von deutlich größeren Kontingenten durch die EU. Klar ist: Selbst, wenn die Zahl der Migranten, die über die Ägäis nach Europa flüchten, künftig deutlich geringer sein sollte als noch 2015, müsste die EU jährlich wohl mehrere hunderttausend Syrer aufnehmen.

Bei einem beschleunigten Verfahren soll der Fokus dem Bericht zufolge darauf gelegt werden, dass von einem ausgewählten Flüchtling keine Gefahr ausgeht. Eine Voraussetzung, um die Sicherheit hierzulande möglichst nicht zu gefährden, könnte ein vorhandener Pass sein. Dieser kann mit Datenbanken in Europa abgeglichen werden. Umfangreichere Gespräche mit den Flüchtlingen sollen später in der EU nachgeholt werden. Die Rolle der türkischen Behörden bei dem Auswahlprozess soll deutlich gesteigert werden.

Die Türkei hat den Europäern angeboten, alle Flüchtlinge aufzunehmen, die über das Land und Griechenland in die EU einreisen. Für jeden von Ankara zurückgenommenen Flüchtling, soll die EU dann jeweils einen Syrer aufnehmen.

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