POLITIK
12/03/2016 11:27 CET | Aktualisiert 12/03/2016 11:42 CET

Rheinland-Pfalz 2016: Was ihr vor der Landtagswahl wissen solltet

dpa
Wollen Ministerpräsidentinnen werden: Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD, r) und die rheinland-pfälzische CDU-Oppositionschefin Julia Klöckner

Am 13. März wählt Rheinland-Pfalz aus Bewerbern von 14 Parteien seinen 17. Landtag. Damit haben jetzt die 3,1 Millionen wahlberechtigten Bürger die Chance, zu bestimmen, wer die Geschicke des Landes lenken soll. Aktuell wird das Land von einer rot-grünen Koalition unter SPD-Ministerpräsidentin Malu Dreyer regiert. Sie ist seit 2013 im Amt, nachdem Kurt Beck zurückgetreten war. Ob sich das nach der Wahl ändern wird?

Die Spitzenkandidaten

14 Parteien stehen zur Wahl. Nach den letzten Umfragen werden sechs von ihnen in den Landtag einziehen. Ihre Spitzenkandidaten im Überblick:

  • SPD: Malu Dreyer. Obwohl sie seit vielen Jahren an Multipler Sklerose leidet, deshalb manchmal sogar auf einen Rollstuhl angewesen ist, will sie ihre Arbeit für das Land fortführen. An der letzten SWR-Elefantenrunde hat sie jedoch nicht teilgenommen - sie wollte nicht mit einem Vertreter der Alternative für Deutschland diskutieren. Bevor sie zur Ministerpräsidentin gewählt worden ist, war sie Landessozialministerin.
  • CDU: Julia Klöckner. Sie hat aktuell viele Ämter inne: Klöckner ist stellvertretende Bundesvorsitzende der CDU, Vorsitzende der rheinland-pfälzischen CDU und CDU-Fraktionsvorsitzende im Landtag. Sie ist unter anderem gegen eine Vollverschleierung.
  • Bündnis 90/ Die Grünen: Spitzen-Duo Eveline Lemke und Daniel Köbler. Die Landesumweltministerin will den ökologischen Umbau vorantreiben. Die gelernte Fremdsprachensekretärin arbeitete bereits als Unternehmensberaterin. Fraktionschef Köbler gilt dem Fernsehsender SWR nach als guter Parteistratege, ist aber weniger mitreißend.
  • FDP: Volker Wissing. Der Vorsitzender der FDP Rheinland-Pfalz hat Jura studiert. Er arbeitete als Staatsanwalt und Richter. Zudem war er vier Jahre lang der persönliche Referent des damaligen Landesjustizministers Herbert Mertin (FDP).
  • Die Linke: Jochen Bülow. Der einstige Journalist will seine Partei erstmals in den Landtag bringen. Dort möchte er sich dann mehr für soziale Gerechtigkeit einsetzen.
  • AfD: Uwe Junge. Der Landesvorsitzender der AfD steht für den Rechtsruck der Partei nach der Spaltung im Juli 2015. Seit 37 Jahren dient er als Bundeswehr-Soldat.

Spitzenkandidaten aus Rheinland-Pfalz: Interview ohne Worte

Die Wahl

In 51 Wahlkreisen dürfen die Wahlberechtigten von acht bis 18 Uhr wählen. Sie haben dafür zwei Stimmen:

  • Mit der ersten bestimmen sie den Kandidaten aus ihrem Wahlkreis mit.
  • Mit der anderen - der sogenannten Landesstimme - entscheiden sie sich für eine der zugelassenen Landes- oder Bezirkslisten und damit die prozentuale Zusammensetzung des Landtages mit.

51 Bewerber des Landes werden ein Direktmandat erhalten, da sie in ihrem Wahlkreis die meisten Stimmen auf sich vereinen konnten. Politiker, die ein solches nicht erhalten haben, aber im Verhältnis zu anderen Mitbewerbern aus ihrer Partei besser abgeschnitten haben, haben die Chance auf ein Zweitmandat.

Erhält eine Partei mehr Mandate, als ihr prozentual zustehen (sogenannte Überhangsmandate), erhalten andere Parteien Ausgleichsmandate. Daher könnte der neue Landtage mehr als die aktuellen 101 Plätze umfassen. Parteien, die weniger als fünf Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnten, werden dabei nicht berücksichtigt.

Der neue Landtag wählt dann den Ministerpräsident - und der wird wohl eine Frau werden. Denn neben der amtierenden Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) will auch Julia Klöckner das Land regieren.

Wahlergebnisse

Wer am Sonntag live mitverfolgen will, welche Bewerber in den Landtag eingezogen sind, kann dies auf der Huffington Post mitverfolgen. Aber auch der Landeswahlleiter bietet einen Ergebnisdienst an - und zwar unter wahlen.rlp.de und mobil unter m.wahlen.rlp.de zu erreichen ist.

Mit den ersten Hochrechnungen des Wahlabends wird traditionell um 18 Uhr gerechnet, wenn die Wahllokale geschlossen haben.

Wahl-O-Mat 2016 für Rheinland-Pfalz