POLITIK
11/03/2016 06:56 CET | Aktualisiert 11/03/2016 08:20 CET

So endet der Burka-Eklat vor dem Münchner Gericht

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Vor einem Gericht in München weigerte sich eine Muslima, ihren Schleier abzulegen

  • Vor einem Münchner Gericht weigerte sich eine Muslima, den Nikab abzulegen

  • Der Richter knickte ein - das löste Proteste aus

  • Jetzt versprach die Frau, beim Berufungsverfahren ihren Schleier abzulegen

Der Fall einer Münchner Muslimin, die sich vor Gericht weigerte, ihren Gesichtsschleier abzulegen, hatte in Justizkreisen hitzige Debatten ausgelöst. Doch jetzt scheint sie Einsicht gezeigt zu haben. Ihr Anwalt versprach in der "Bild"-Zeitung, dass sie beim Berufungsverfahren ihr Gesicht zeigen werde.

Die Frau war als Geschädigte in dem Verfahren aufgetreten. Angeklagter war ein Mann, der sie an einer S-Bahn-Station aufgrund ihres Gesichtsschleiers wüst beschimpft haben soll. Doch vor Gericht zeigte sie sich mit einem Nikab, der nur einen Sehschlitz für die Augen freilässt, Handschuhen und einem langen Mantel.

Muslima war "völlig aufgelöst"

Der Richter gab an, dass er ihre Aussage nicht aufnehmen könne, wenn er ihr Gesicht nicht sehen würde. Doch die Frau weigerte sich unter Hinweis auf ihre Religion: Sie habe eine Gott, der ihr "Recht geben wird". Der Richter knickte ein und verhängte keine Zwangsmaßnahmen gegen die Frau, da dies "nicht verhältnismäßig" sei.

Dafür zahlte sie einen hohen Preis. Ihre Weigerung trug dazu bei, dass der Angeklagte freigesprochen wurde. Die Staatsanwaltschaft wollte das nicht hinnehmen und ging in Berufung.

Jetzt wird das Verfahren vor dem Landgericht neu aufgerollt. "Meine Mandantin hat eingesehen, dass es ein Fehler war“, erklärt Rechtsanwalt Heinrich Karl Haarmann in der "Bild"-Zeitung". Die 43-Jährige sei "vollkommen aufgelöst" gewesen und in Tränen ausgebrochen, als ihr klar wurde, dass ihre Entscheidung Konsequenzen haben kann.

Daher wird die Frau bei der Berufungsverhandlung am 17. März den Schleier ablegen.

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