POLITIK
10/03/2016 09:06 CET | Aktualisiert 10/03/2016 10:57 CET

Enttäuschter IS-Kämpfer enttarnt 22.000 Kameraden

  • Ein britischer Fernsehsender hat eine Liste mit Namen von 22.000 IS-Kämpfern erhalten

  • Darunter sollen auch bislang unbekannte Kämpfer aus Europa und den USA sein

Ein enttäuschtes Mitglied der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) hat offenbar 22.000 IS-Kämpfer enttarnt. Der britische Fernsehsender Sky News hat nach eigenen Angaben die Namen und Identitätsprofile der Dschihadisten zugespielt bekommen.

Die Betreffenden stammen demnach aus 51 Ländern, darunter Großbritannien, mehreren nordeuropäischen Staaten, den USA, Kanada sowie zahlreichen Länder des Nahen Ostens und in Nordafrika. Bei einigen soll es sich um bislang unbekannte Kämpfer handeln, die nicht im Visier der Sicherheitsbehörden stehen, berichtete der Sender am Mittwochabend.

Blutgruppe und Telefonnummer

Die Akten seien dem Chef des internen Sicherheitsapparats des IS von dem enttäuschten Mitglied gestohlen und auf einem Speichermedium an Sky News übermittelt worden.

Sie basieren demnach auf Registrierungsbögen, mit denen die Betreffenden bei der Aufnahme in die Terrororganisation erfasst wurden. Vermerkt worden seien etwa Merkmale wie Blutgruppe, Ausbildung, Kampferfahrung und Kenntnisse im islamischen Scharia-Recht, aber auch Telefonnummern.

Ein Datensatz habe explizit "Märtyrer" aufgelistet, die sich zu Selbstmordanschlägen bereiterklärt hätten und dafür trainiert worden seien, hieß es weiter.

Angst vor radikalen Heimkehrern

Unter den Tausenden Männern sind dem Bericht zufolge viele, die gleich mehrfach unbehelligt durch Risikoländer wie den Jemen, Libyen, Pakistan und Afghanistan gereist sind.

Da sie aber nicht kontrolliert und überwacht wurden, konnten sie im syrischen Bürgerkrieg kämpfen und danach wieder in ihre Heimatländer zurückkehren. Genau solche kampferprobten und radikalisierten Rückkehrer fürchten auch die deutschen Sicherheitsbehörden.

Bei dem Datendieb handelt es sich laut Sky News um einen früheren Angehörigen der Freien Syrischen Armee, der sich selbst Abu Hamed nennt. Dem Informanten zufolge wolle der IS seinen jetzigen Hauptsitz vom syrischen Al-Rakka in die zentralen Wüstengebiete des Landes und letztlich in den Irak verlegen, wo die Terrormiliz ihre Wurzeln habe.

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