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Überraschende Umfrage-Ergebnisse: So ticken AfD-Mitglieder wirklich

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HANOVER, GERMANY - NOVEMBER 28: Chairwoman Frauke Petry delivers her speech during the AfD (Alternative fuer Deutschland) federal party congress on November 28, 2015 in Hanover, Germany. The AFD aims to enter three new state parliaments in 2016 by luring conservative voters angry with Chancellor Angela Merkel's open-door asylum policy. This weekend the party will outline its plan to bring order to what it calls the 'asylum chaos.' (Photo by Nigel Treblin/Getty Images) | Nigel Treblin via Getty Images
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  • Eine Umfrage unter AfD-Mitgliedern zeigt, wie rechts die AfD-Basis wirklich ist
  • Über 90 Prozent wollen die "Schuldfrage" bei Scheidungen wieder einführen

Was will die AfD-Basis wirklich? Da war man sich offenbar selbst in der Spitze der Partei nicht so ganz sicher. Bereits vor geraumer Zeit hat die Alternative für Deutschland deshalb eine Online-Befragung gestartet, an der sich knapp 4600 Mitglieder (rund 30 Prozent) beteiligten.

Die Ergebnisse sind seit heute auch öffentlich. Und sie sind eindeutig. Die Partei ist erzkonservativ. Das überrascht wenig.

Familienbild der 1950er Jahre

Die Familienpolitik der AfD-Aktiven entspricht dem Frauenbild der 1950er-Jahre. Mehr als neun von zehn Befragten wollen im Scheidungsverfahren wieder die "Schuldfrage" klären, die einst in den Siebzigerjahren von der sozial-liberalen Koalition zugunsten des Zerrüttungsprinzips abgeschafft wurde.

77,8 Prozent der Befragten stimmen grundsätzlich dafür, die Wehrpflicht wieder in Kraft zu setzen. Zwei Drittel wollen, dass prinzipiell keine Frauen in der Truppe dienen. Einzelne Umfrageergebnisse sind dagegen nicht unbedingt vorhersehbar gewesen: So ist eine Mehrheit der AfD-Mitglieder gegen einen sofortigen Austritt aus dem Euro.

Wenig verwunderlich dagegen: Über 90 Prozent fordern auch "die vollständige Abschottung der EU-Außengrenzen" sowie ein verschärftes und vereinfachtes Abschieberecht. Sogar über 95 Prozent der Teilnehmer sehen die "Kriminalitätsbekämpfung als oberste Priorität im Zuwanderungsgeschehen".

Zwei Drittel gegen Tempolimit

Auch bei einer möglichen Ausgestaltung eines künftigen Staatsangehörigkeitsrecht vollziehen die Deutsch-Nationalen einen Roll-Back: "Kinder dürfen nur dann die deutsche Staatsangehörigkeit durch Geburt erwerben, wenn mindestens ein Elternteil Deutscher ist.“ Diesem Satz stimmt fast jeder der Befragten zu.

Überraschend: Vier von fünf AfD-Anhängern wollen grundsätzlich in der Nato bleiben. Zwei Drittel lehnen ein Tempolimit auf Autobahnen ab. Freie Fahrt – nur nicht für Flüchtlinge, lautet offenbar das Motto der rechtskonservativen Partei.

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