POLITIK
09/03/2016 17:29 CET | Aktualisiert 09/03/2016 17:37 CET

Österreichs größte Tageszeitung will gegen Merkel hetzen und blamiert sich

dpa
Österreichs größte Zeitung 'deckt auf': Auch in Deutschland gibt es Kritik an Merkel

  • Die österreichische "Kronen Zeitung" schießt erneut gegen Angela Merkels Flüchtlingspolitik

  • Die Stimmung in Deutschland sei "am Kippen"

  • "Erstmals" rege sich in deutschen Medien Kritik an Merkel

Die österreichische "Kronen Zeitung" ist derzeit ein verlässlicher Seismograph der deutsch-österreichischen Beziehung. So belastet wie diese momentan ist – so vergiftet sind auch die Kommentare des erzkonservativen Kronen-Kolumnisten Richard Schmitt.

Nun teilte der Österreicher in einem Artikel erneut gegen Deutschland und den Kurs Angela Merkels in der Flüchtlingspolitik aus. Dabei nahm er Bezug auf Kommentare deutscher Medien, die Merkel – wie dem Journalisten nun auffiel - ebenfalls nicht immer über den grünen Klee loben.

"Die Stimmung ist am Kippen"

Schmitts These: Die Stimmung in Deutschland kippt. Angela Merkel sollte - wie auch eine Umfrage unter österreichischen Lesern ergab – lieber auf den Kurs des österreichischen Bundeskanzlers Werner Faymann einschwenken, der für die Schließung der EU-Grenzen plädiert.

"Focus Online“ hatte am heutigen Mittwoch in einem Kommentar etwa Merkels "Basta-Politik“ angegriffen, die "den Bürger wieder zum Untertan“ mache. Für die "Kronen Zeitung“ ein gefundenes Fressen.

Auch in der "Welt" fand Schmitt kürzlich Kritik am Kurs der Kanzlerin: "Flüchtlinge aufnehmen ist ein kaum steuerbares Experiment. Die Wirtschaft hofft, fehlende Arbeitskräfte zu bekommen. Aber es ist eine Täuschung, dass jeder überall austauschbar wäre. Wir sollten die Prägekraft der Religion nicht unterschätzen", zitiert er die Zeitung.

"Kronen Zeitung" hat sich eingeschossen

"Erstmals“, so schreibt Schmitt, rege sich bei bedeutenden deutschen Medien deutliche Kritik an der Kanzlerin.

Dass diese Einschätzung zumindest fragwürdig ist und einige Zeit zu spät kommt, sollte jedem auffallen, der auch nur ab und zu eine deutsche Tageszeitung aufschlägt.

Denn: Die kritische Position gegenüber der deutschen Flüchtlingspolitik ist eben nicht so "Kronen"-Exklusiv, wie man in Wien zu meinen glaubt.

Eher sind die aufgeführten Artikel Teil eben jener Diskussionskultur, die im bilateralen deutsch-österreichischen Verhältnis im Blick auf die "Merkelkrise“ derzeit verloren zu gehen droht.

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