POLITIK
08/03/2016 10:18 CET | Aktualisiert 08/03/2016 10:43 CET

Dieser Mann heißt Islam - bei Facebook wurde das für ihn zum Problem

  • Ein Düsseldorfer Politikwissenschaftler konnte sich nicht korrekt bei Facebook anmelden

  • Das Problem war offenbar sein Name: Rana Deep Islam

Bei Facebook herrscht Klarnamen-Pflicht. Benutzer werden also dazu aufgefordert, sich mit ihrem bürgerlichen Namen bei dem Sozialen Netzwerk anzumelden. Viele Datenschützer kritisieren diese Politik.

Der Düsseldorfer Rana Deep Islam hatte jedoch keine Hemmungen, seinen vollen Namen in seinem Profil anzugeben. Stattdessen hatte Facebook ein Problem mit seinem Namen.

Als sich der Politikwissenschaftler im Februar in der Facebook-App anmelden wollte, wurde er gebeten, diesen erneut zu bestätigen. Bei dem Versuch Vor- und Nachname einzugeben, bekam er wiederholt die Antwort: Der Name verstößt gegen die Namensrichtlinien.

rana deep islam

Wo lag das Problem? Das fragte sich auch Islam, der die Namensrichtlinien von Facebook de facto genau eingehalten hatte. Nach einigen vergeblichen Versuchen, sich erneut anzumelden, probierte er es ohne seinen Nachnamen "Islam". Die Anmeldung glückte.

Rana Deep heißt der junge Mann nun. Sein Nachnahme fehlt. Dahinter vermutet Islam "digitale Diskriminierung". Islam, in Indien, dem Geburtsland seines Vaters, ein gängiger Name, scheint für Facebook ein No-Go zu sein.

"Das ist, als ob einem jemand den Perso abnimmt und einen Namen rausstreicht", zitiert "Spiegel Online" den Betroffenen. Für Islam, der Facebook auch geschäftlich nutzt, eine sehr ärgerliche Angelegenheit. Eigentlich halte er Facebook nämlich "für eine sehr, sehr gute Sache."

Facebooks Namenspolitik ist undurchsichtig

Was hinter der Entscheidung von Facebook steckt, ist nicht nachzuvollziehen. Schon öfter waren Fälle bekannt geworden, in denen das Unternehmen Nutzern zu Unrecht das Führen ihres bürgerlichen Namens verweigerte. Eine Amerikanerin namens Isis musste ihren Namen etwa aufgrund seiner Ähnlichkeit zur terroristischen Organisation "Islamischer Staat" ändern.

In den Namensrichtlinien von Facebook werden ausdrücklich religiöse Titel verboten. Dass es sich bei "Islam" jedoch nicht um einen solchen handelt, sondern um einen in manchen Teilen der Welt recht verbreiteten Familiennamen, hätte dem Unternehmen auffallen können.

Islam ist jedoch kein Einzelfall. Auch andere Facebook-Mitgliedern mit Namen, die keine religiöse Konnotation aufweisen, melden immer wieder Probleme mit den Kontrollmechanismen des Unternehmens, wie ein Blick in Facebooks Hilfebereich zeigt.

Update (8. März, 10:44 Uhr): Inzwischen hat Facebook reagiert und den Nachnamen des Mannes zugelassen. "Jemand von Facebook hat sich gestern direkt bei mir gemeldet und die Namensänderung veranlasst. Es ging dann doch sehr schnell", sagte Islam der Huffington Post.

Auch bei HuffPost:

Zahl so hoch wie nie zuvor: 446 islamistische „Gefährder“ in Deutschland

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