POLITIK
08/03/2016 23:41 CET | Aktualisiert 09/03/2016 17:25 CET

Flüchtlinge in Idomeni: "Wir werden hier bleiben, auch wenn wir sterben"

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Flüchtlinge in Idomeni

  • Flüchtlinge hoffen weiterhin auf ein Durchkommen an der griechisch-mazedonischen Grenze

  • Nach dem EU-Türkei-Gipfel bleibt die Balkanroute weiterhin geschlossen

  • Unter den 34 000 Asylbewerber steckt auch die Syrerin Kadriya Jasem in Griechenland fest

"Wird werden hier bleiben, auch wenn wir sterben", sagt die 25-jährige Kadriya Jasem aus Aleppo. Sie hält ein vier Monate altes Baby in den Armen, sagt, das Kind brauche einen Arzt.

Wie 13,000 andere Flüchtlingen kommt sie in einer der provisorischen Zeltstädte am griechisch-mazedonischen Grenzort Idomeni unter. Die dortige Lage hat sich auch nach dem EU-Türkei-Sondergipfel am Montag nicht entspannt, berichtet das Nachrichtenmagazin "The World Post".

"Bitte öffnen Sie die Grenze, wenn auch nur für die Kinder!"

"Bitte öffnen Sie die Grenze! Wenn auch nur für die Kinder", ruft Kadriya. So beschreibt ein Reporter der Nachrichtenagentur Reuters das Bild am Grenzort, wenige Stunden nachdem in Brüssel die EU-Verhandlungen zur Flüchtlingsfrage zu Ende gegangen sind.

Der erhoffte Beschluss zu Begrenzung des Flüchtlingsstroms blieb aus. Statt eines Durchbruchs, erzielte Angela Merkel (CDU) ein "Durchbrüchlein", kommentiert das Nachrichtenmagazin "Spiegel".

Europäische Medien sprechen von "jämmerlichen Befunden", Kanzlerin Angela Merkel selbst meint, man sei auf dem Gipfel in Brüssel "einen qualitativen Schritt weitergekommen".

Mehrheit der EU-Regierungschefs für strikte Grenzpolitik

Die Mehrheit der Staats- und Regierungschefs der EU hält an der Schließung der sogenannte Balkanroute weiterhin fest. Merkel hatte sich im Vorfeld des Gipfels gegen diese Formulierung ausgesprochen. Österreichs Innenministerin Johanna Mickl-Leitner (ÖVP) machte sich im Interview mit der Huffington Post am Sonntag für eine Fortsetzung der strikten Grenzpolitik stark.

Die Balkanroute bleibt führt von Griechenland über Mazedonien, Serbien, Kroatien und Slowenien nach Österreich und Deutschland. In den vergangenen Tagen hatte Mazedonien den Zustrom von Flüchtlingen am Grenztor bei Idomeni deutlich gedrosselt. Pro Tag wurden nur mehr noch bis zu 250 Menschen durchgelassen.

Die Flüchtlingskrise bewegt die Deutschen wie kein anderes Thema. Viele blicken fassungslos auf das, was sich an Europas Grenzen abspielt. Auf das Leiden und die Nöte der Hilfesuchenden.

Dabei gibt es zahlreiche Menschen und Organisationen, die vor Ort helfen, die Probleme zu lösen. Zusammen mit dem Spendenportal Betterplace.org stellt die Huffington Post spannende Projekte vor, die ihr direkt unterstützen könnt:

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