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Risikobericht: Polizei fürchtet steigende Kriminalität durch Flüchtlingskrise

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HEIDENAU
Polizeiensatz bei Pegida-Kundgebung in Dresden | Getty
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Ein Expertenteam der Polizei rechnet damit, dass die "Zahl von Gewalt-, Eigentums-, Sexual- und Betäubungsmitteldelikten" in Folge der Flüchtlingskrise steigen wird. Das ergibt eine Risikoanalyse des Innenministeriums, die "Spiegel Online" vorliegt.

Als Teil dessen wird erwartet, dass rechte Gewalt und die Zahl der Übergriffe auf Flüchtlinge und deren Unterkünfte weiter steigen wird.

In dem Bericht teilen hochrangige Beamten aus Bund und Ländern ihre Einschätzung zur zukünftigen Sicherheitslage in Deutschland, "um auf mögliche negative Entwicklungen der objektiven Sicherheit sowie kritische Aspekte für die polizeiliche Aufgabenwahrnehmung hinzuweisen", zitiert der "Spiegel" einen leitenden Kriminaldirektor dazu.

"Weit überwiegende Mehrheit begeht keine Straftaten"

Laut jüngstem Lagebild des Bundeskriminalamts stehen rund 200.000 Straftaten in Verdacht, von Flüchtlingen begangen worden zu sein. Bei zwei Dritteln der Fälle soll es sich um Eigentums-, Fälschungs- und Vermögensdelikte handeln.

Bei circa 18 Prozent soll es sich um Körperverletzungen, Bedrohungen und Nötigungen handeln. Sexuelle Übergriffe machen demnach nicht mal ein Prozent der Straftaten aus.

Bei den mutmaßlichen Tätern handelt es sich wohl um einen sehr kleinen Anteil der 1,1 Millionen Flüchtlinge in Deutschland. "Die weit überwiegende Mehrheit der Asylsuchenden begeht keine Straftaten", analysierte das BKA.

Enge Unterkünfte und Alkoholkonsum fördern Konflikte

Als Ursache für Konflikte in Flüchtlingsunterkünften ermittelten die Experten "kulturelle, ethnische und religiöse Konflikte" sowie Spannungen durch fehlende Privatsphäre in engen Unterkünften. Auch der Konsum von Alkohol löse und verschärfe viele der Konflikte dort, so der Bericht weiter.

Die Unzufriedenheit vieler Flüchtlinge nimmt die Expertengruppe durchaus ernst: Als Folge dessen befürchte man die Radikalisierung vieler Zuwanderer in Asylbewerberheimen, hieß es im Bericht.

Auch der Kampf gegen die steigende Zahl der Gewalttaten gegenüber Flüchtlingen steht auf der Agenda der Beamten. Laut des Berichts sollen Betreiber von Unterkünften so zukünftig beraten werden, um die Bewohner besser schützen zu können. Auch Polizeiwachen seien im Notfall eine Möglichkeit, so der "Spiegel" weiter.

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