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06/03/2016 18:37 CET | Aktualisiert 06/03/2016 18:49 CET

Maden aus der Box: Mit dieser Idee will eine NGO den Welthunger bekämpfen

Stuart McCall via Getty Images
Italy, Umbria, Tuscany.

  • Milliarden Menschen auf der Welt hungern

  • In Zentralafrika ist das Problem besonders dramatisch

  • Eine Gruppe aus Kamerun hat eine Idee, die besonders einfach, aber effektiv ist

Was wir nur noch bedingt kennen, ist für viele Menschen auf der ganzen Welt fast schon ein Dauerzustand: Hunger. Der Welthunger-Index 2015 verzeichnete, dass die Hungersituation in knapp der Hälfte der 117 Länder ernst oder sehr ernst ist.

Die Gründe dafür sind komplex, liegen etwa im Krieg oder der Klimaerwärmung, durch die Wasserknappheit entsteht und Land verdorrt. Die Vereinten Nationen haben die Bekämpfung des Hungers deswegen als eine der größten Aufgaben der Menschheit bezeichnet.

Die höchsten Hungerwerte wurden in Zentralafrika verzeichnet

Besonders dramatisch ist die Lage in Zentralafrika. Hier leidet jedes dritte Kind an Unterentwicklung durch Mangelernährung. Eines der wertvollsten Nahrungsmittel sind dort Tiere, die in Industrienationen keine Rolle spielen: Maden. Sie haben außergewöhnlich viel Protein, sind leicht zuzubereiten.

Maden könnten theoretisch die Hungerkrise erheblich entschärfen - wenn es da nicht zwei Probleme gäbe: Sie sind teuer und selten. Maden sind das teuerste Fleisch in Zentralafrika.

Forscher der Organisation "Living Forest Trust" in Kamerun haben dafür eine einfache, aber effektive Lösung gefunden. Sie züchten die Maden in kleinen Plastikboxen. Darin sind Stücke der Bastpalme, in denen achtmal so viele Maden heranwachsen wir unter natürlichen Bedingungen.

Die Erfindung könnte viele Leben retten

Dass die Idee so einfach ist, macht sie auch so spektakulär. Deswegen könnte sie sich rasend schnell verbreiten, weil sie leicht nachzumachen ist. John Muafor, der Co-Geschäftsführer NGO, sagte der BBC:

"Es könnte wirklich das Leben vieler verändern, denn es kann mehr Menschen mit Protein versorgen und ihren Proteinhaushalt zu erhöhen. Und am Ende des Tages verhilft es zu einem höheren Lebensstandard auf vorher."

Eine Zahl zeigt, wie viel effektiver die Zucht ist. Mitarbeiter der Farm müssen nun nur noch viermal im Monat auf die Madensuche im Jungle gehen. Vorher waren sie jeden Tag unterwegs. "Die Boxen mit Maden brauchen nicht meine ganze Aufmerksamkeit, ich habe mehr Zeit", sagte etwa Michel Tsoungui im Interview mit der BBC.

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