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05/03/2016 15:22 CET | Aktualisiert 05/03/2016 15:33 CET

Das schrieb Germanwings-Todespilot Andreas L. seinem Arzt

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Trauerfeier für die Opfer des Flugabsturzes 4U9525

  • Französischen Behörden liegt eine E-Mail des Unglückspiloten Andreas L. vor

  • Er hatte eine Germanwings-Maschine mit 150 Menschen abstürzen lassen

  • In der E-Mail berichtet der Pilot, wie sehr ihm seine Augenprobleme Angst machten

Am 24. März 2015 stürzte die Germanwings-Maschine des Flugs 9525 in den französischen Alpen ab. Der Co-Pilot Andreas L. hatte den Piloten aus dem Cockpit ausgesperrt und riss 150 Menschen mit sich in den Tod.

Warum hatte der Pilot das getan? Wie krank war der 27-Jährige? Hätten seine Ärzte nichts merken müssen?

Eine E-Mail, die der Andreas L. 14 Tage vor dem Drama geschrieben haben soll, liefert neue Details dazu. Die E-Mail liegt der französischen Staatsanwaltschaft vor, die "Bild"-Zeitung zitiert an diesem Samstag daraus.

Andreas L. schrieb sie demnach zusammen mit seiner Freundin an seinen Psychiater aus Montabaur, nachdem er seine Untersuchungsergebnisse von der Uniklinik Düsseldorf erhalten hatte.

Darin äußerte er seine Angst zu erblinden. Die Befunde der Uniklinik Düsseldorf, so schreibt er, keine organische Erklärung für sein verschlechtertes Sehvermögen ergeben. Und seither sehe er noch schlechter. Er beschreibt im Detail, dass er Helligkeit und Kontraste schlechter wahrnehmen könne.

L. verdoppelte daraufhin die Dosis seines Antidepressivums Mirtazapin auf 30 Milligramm. "Mit der höheren Dosis bin ich eher unruhiger und habe manchmal auch etwas Panik in Bezug auf die Augen."

Die Angst zu erblinden

Außerdem schlafe er schlecht, höchstens zwei Stunden, in machen Nächten sogar überhaupt nicht. Ständig kreisten seine Gedanken um die Augenprobleme.

Andreas L. zeigt sich in der E-Mail sicher, dass seine Schlafprobleme verschwinden, wenn seine Augen wieder in Ordnung kommen. Die anderen Stressfaktoren - auf die er in dem Schreiben nicht näher eingeht - seien "so gut wie erledigt".

Bislang war bekannt gewesen, dass Andreas L. seine Ausbildung wegen Depressionen unterbrochen hatte. Er hatte seine Ausbildung dann aber beendet. In den Monaten vor dem Absturz war der Pilot laut "Bild"-Zeitung bei 41 Ärzten gewesen. Viele von ihnen erkannten sein psychisches Problem, verwiesen ihn weiter an Psychiater und Kliniken.

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