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Vorbereitung für den Krieg? Sächsische Polizisten bekommen Soldatenhelme

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Wenn Sachsen eskaliert, dann richtig.

Und die Rede ist dieses Mal ausnahmsweise nicht von Tausenden erwachsenen Männern, die in Winternächten grölend vor Asylbewerberheimen stehen und sich selbst als „Widerstandskämpfer“ feiern, weil sie kleine Kinder zum Weinen gebracht haben.

Nein, diesmal geht es um die sächsische Polizei. Für die hat das sächsische Innenministerium laut einer Meldung der „Dresdner Morgenpost“ nun 1.600 Kriegshelme bei dem amerikanischen Hersteller „Armor Source“ bestellt. Diese Dienstmützen des 21. Jahrhunderts bieten laut Hersteller Schutz gegen Geschosse des Kalibers 7,62 mal 51 Millimeter, so wie sie in vielen Sturmgewehren zum Einsatz kommen.

Sachsen Polizei scheint sich also für eine Art Krieg zu rüsten.

Nur zur Erinnerung: Die sächsische Polizei, das sind jene knallharten Jungs, denen jahrelang nicht aufgefallen ist, dass sich mitten in Zwickau eine Terroristen-WG mit dem Namen NSU eingenistet hatte. Wer hätte auch wissen können, dass die Mitglieder von terroristischen Mörderbanden nicht immer nur Osama und Ali heißen, sondern manchmal eben auch Beate und Uwe?

Ja, die sächsische Polizei: Das ist eben jener gesellige Trachtenverein, der an den ersten beiden Tagen des Nazi-Pogroms in Heidenau genau einen einzigen Menschen festgenommen hat. Und das war ein Pressefotograf. Es sind jene stahlharten Kämpfer, die sich kurze Zeit später außer Stande sahen, ein Bürgerfest mit Flüchtlingen an diesem Ort zu bewachen.

Wir reden über jene Helden mit Ganzkörperschutz, die sich nicht trauten, in Clausnitz einen Platzverweis gegen 100 nationalbesoffene Idioten durchzusetzen
. Ja, eben jene Kameraden mit Dienstmarke, über die der stellvertretende Ministerpräsident von Sachsen sagt, dass sie „überdurchschnittlich häufig“ mit Pegida sympathisieren würden.

Und ausgerechnet diese Leute werden nun massiv aufgerüstet.

Wahrscheinlich dachte die Staatsregierung dabei an den Schutz vor terroristischen Anschlägen. Aber trotzdem bleibt ein flaues Gefühl. Die sächsische Polizei hat eben nicht den besten Leumund. Diese Jungs für einen Bürgerkrieg auszurüsten, könnte sich am Ende als fatale Idee erweisen.

Ein fataler Fehler?

Was passierte wohl, wenn der stellvertretende Ministerpräsident Recht behielte und sich die Dresdner Polizisten eines finsteren Novemberabends dem marodierenden Pegida-Mob anschlössen? Oder beim nächsten Kanzlerinnenbesuch in Heidenau sich einfach entscheiden würden, die rechten Demonstranten statt Angela Merkel zu beschützen?

Dann wäre Sachsen so etwas wie unser Kurdistan. Wir hätten Kriegswaffen in eine Region geliefert, die wir nicht kennen. An Leute, denen wir nicht vertrauen können. Und das in Zeiten, in denen die Stimmung schnell kippen kann.

Gott schütze uns vor der sächsischen Polizei.

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