POLITIK
03/03/2016 11:40 CET | Aktualisiert 03/03/2016 11:42 CET

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge rechnet mit noch größerem Stau von Asylanträgen

Sean Gallup via Getty Images
Kapazität erreicht: Behörden rechnen mit Hunderttausenden neuen Asylanträgen

  • Das Bundesamt für Flüchtlinge rechnet mit einem noch größeren Stau von Asylanträgen

  • Der Grund: Bis zu 400.000 Flüchtlinge in Deutschland müssen ihren Antrag erst noch stellen

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) kommt seit vielen Monaten bei der Bearbeitung der Asylanträge nicht hinterher. 370.000 Altfälle sind noch nicht entschieden. Und Bamf-Chef Frank-Jürgen Weise hat noch eine schlechte Nachricht:

"Wir gehen davon aus, dass 300.000 bis 400.000 Flüchtlinge im Land sind, die noch keinen Antrag gestellt haben", sagte Weise der "Passauer Neuen Presse" am Donnerstag.

Bei einer halben Million Fälle ist Schluss

Weise fürchtet, dass nicht alle Anträge dieses Jahr bearbeitet werden können. Es gebe lediglich eine Kapazität für insgesamt eine Million Entscheidungen in diesem Jahr. "Alles was darüber hinausgeht, wird einen neuen Antragsrückstau bedeuten. Wir müssten diese Anträge dann ins Jahr 2017 schieben.“

Derzeit müssten die Mitarbeiter des Bamf etwa 6000 Fälle am Tag bearbeiten, schaffen aber nur ein Zehntel davon.

Um die Flut von Anträge zu bearbeiten, hat das Bamf sein Personal bereits um Hunderte Mitarbeiter aufgestockt. Um genug Leute zu bekommen, wechseln auch Mitarbeiter anderer Behörden für eine bestimmte Zeit zum Bamf - darunter Verwaltungsfachleute der Post.

Mit Material der dpa

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