ENTERTAINMENT

"Kathedralen": Dieser Kurzfilm gewinnt fast alle Preise – wenn du ihn siehst, verstehst du, warum

02/03/2016 16:02 CET | Aktualisiert 12/04/2016 14:26 CEST

Es klingt wie Fiktion und ist doch Wirklichkeit. In China wurde eine Stadt gebaut, die Platz für eine Million Menschen bietet. Die Häuser sind da, die Ampel- und Grünanlagen, alles, was nötig ist, um gesellschaftliches Leben zu ermöglichen. Und doch steht die Stadt leer.

Denn sie war von Anfang an als reine Geldanlage für Reiche gedacht. Ganz geisterhaft wirken demnach auch die Bilder, die der Regisseur Konrad Kästner und die Kamerafrau Eva Katharina Bühler eingefangen haben. Seelenlose Betonlandschaften, Wasserspiele, die niemand betrachtet, Ampelanlagen, die Countdowns für die Grünphase verkünden, ungehört und in ewiger sinnloser Wiederholung. Und aus dem Off ertönt eine Erzählung von Michael Ende: "Die Bahnhofskathedrale stand auf einer großen Scholle". Bedrückend.

Nicht zuletzt durch diese Beschreibung einer seelenlosen Gesellschaft, erfüllt von Gier und der ewigen Jagd nach Profit, wird aus dem experimentellen Kurzfilm ein wichtiges aktuelles und nicht unpolitisches Statement, dessen eindrucksvolle Bilder noch lange im Betrachter nachwirken.

Ein ziemlich eindrucksvolles Werk. Nachvollziehbar, dass es auf diversen Filmfestivals die Preise abgeräumt hat.

2015-11-12-1447332656-6784274-Facebook2.jpg