LIFESTYLE
01/03/2016 18:06 CET | Aktualisiert 19/01/2018 20:45 CET

Warum ihr nicht wahllos Tiervideos anschauen solltet

Westend61 - Hans Huber via Getty Images
Junge hält Katze

Ich liebe Tiervideos – wie fast jeder andere Mensch auf diesem Planeten. Ich habe schon Stunden, wenn nicht Tage, damit totgeschlagen, irgendwelchen süßen Kätzchen, Hunden oder Pandas zuzuschauen, wenn sie spielen, essen oder hinfallen.

Am liebsten mache ich das, wenn ich eigentlich etwas viel Wichtigeres erledigen müsste und beispielsweise über meiner Steuererklärung sitze.

Tiervideos zu gucken, raubt mir also viel Zeit. Das ist aber nicht der Grund, warum man sie mit Vorsicht genießen sollte.

Bei manchen Tiervideos beschleicht mich einfach ein schlechtes Gefühl.

Denn dann wird mir klar, dass meine Liebe zu Tiervideos eigentlich gar nichts mit meiner Liebe zu Tieren zu tun hat. Sondern ich einfach nur unterhalten und abgelenkt werden möchte.

Und ich bekomme das Gefühl, dass es dem unglaublich süßen Pelzknäuel in dem Video vielleicht gar nicht so gut geht.

Erinnert ihr euch zum Beispiel an das unglaublich erfolgreiche Video auf YouTube, das ein niesendes Panda-Baby zeigt und seine Mutter auf so niedliche Weise erschreckt?

Erinnert ihr euch auch, wie der Käfig aussieht, in dem die beiden sitzen? Artgerechte Haltung sieht anders aus...

Das Video ist leider keine Ausnahme:

Der Wunsch nach einem exotischen Haustier scheint groß zu sein. Es gibt Menschen, die sich ernsthaft Pandas oder Tiger halten - und sie posten fleißig Videos davon.

Alle diese Tierarten sind bedroht und brauchen eigentlich viel Auslauf – und ihre Besitzer halten sie einfach in ihren Wohnungen. Das ist Tierquälerei – und mit unseren Klicks auf die Videos bestätigen wir den Besitzern, dass das was sie tun, völlig okay ist.

Dieses Problem betrifft auch Deutschland – der illegale Handel mit bedrohten, seltenen Tierarten blüht, wie der WWF berichtete.

Aber es trifft genauso Katzen und Hunde. Sie sind oft Hauptakteure in sogenannten Failvideos, die uns zum Lachen bringen – aber bei manchen Ausschnitten bleibt einem das Lachen dann doch im Hals stecken.

Wie hier in diesem Video, das „ein tapferes Kätzchen“ zeigen soll:

Wie witzig ist es, ein Babykätzchen vor einen bellenden Hund zu jagen? Dieses Video wurde über 44 Millionen Mal geklickt. Und was darin passiert, ist reine Tierquälerei! Jemand schubst mit der Hand das völlig verängstigte Kätzchen vor den aggressiv bellenden Hund.

Treibt der Wunsch, mit einem Viralvideo berühmt zu werden, die Besitzer an, ihre Tiere in gefährliche oder beängstigende Situationen zu bringen?

Solche Videos sollten Tierfreunde meiner Meinung nach boykottieren.

Erst vor kurzem musste ein Baby-Delfin sterben, weil Leute unbedingt Selfies mit ihm machen wollten.

Es ist leider so: Mit dem Konsum mancher Tiervideos befeuert man solche Trends und tut den betroffenen Tieren damit nichts Gutes.

Klar ist es süß, ein Video mit spielenden Katzen oder ähnliches anzuschauen – daran ist nichts auszusetzen. Nur bei manchen Videos sollte man als Tierfreund überlegen, wie es zustande gekommen ist.

Zu wenig Sexappeal? Schafft euch einen Hund an!

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