POLITIK
29/02/2016 12:29 CET | Aktualisiert 29/02/2016 12:32 CET

Frauen alarmieren Polizei wegen Sexmob - steckt eine Lüge dahinter?

dpa
Im Einkaufszentrum Sophienhof in Kiel sollen mehrere Männer Frauen belästigt haben

In dem Kieler Einkaufzentrum Sophienhof soll eine Gruppe Männer mehrere Frauen massiv belästigt haben. Laut Polizei haben am Donnerstag zwei Afghanen im Alter von 19 und 26 Jahren drei Mädchen verfolgt, beobachtet sowie gefilmt und fotografiert.

Innerhalb kurzer Zeit soll die Gruppe der Belästiger auf mehr als 20 Männer angewachsen sein. Die 15-, 16- und 17-jährigen Opfer meldeten den Vorfall der Polizei. Die Empörung war - nach dem, was in Köln passiert ist - entsprechend groß.

Auch weitere Frauen gaben im Laufe des Wochenendes an, in Kiel von Männern belästigt worden zu sein.

Dass sich viele nicht sofort an die Polizei wendeten, sei "ganz typisch für diese Art von von Scham geprägten Delikten", sagte ein Sprecher der Polizei.

Die Polizei hatte am Donnerstag zunächst vier Männer festgenommen. Inzwischen sind sie wieder auf freiem Fuß.

Doch waren die Übergriffe im Einkaufzentrum wirklich so alarmierend? Mehrere Augenzeugen zeichneten nun gegenüber den „Kieler Nachrichten“ ein anderes Bild.

„Das war keine Massenbelästigung“, sagte der Mitarbeiter eines Restaurants. Viel mehr hätten sich die beiden jungen Afghanen vor den Mädchen aufgespielt. „Die fühlten sich halt toll und dachten, das kommt bei den Mädels an“, sagte der Mann der Zeitung.

Die anderen mutmaßlich Beteiligten seien seiner Meinung nach „Neugierige“ gewesen, die die Situation beobachtet hätten.

Auch eine andere Augenzeugin ist dem Bericht zufolge überrascht über die hohe Aufmerksamkeit, die dem Vorfall zuteil wurde.

Die Polizei bleibt dennoch dabei: "Die Mädchen haben es definitiv anders empfunden. Sie hatten Angst und fühlten sich massiv bedrängt", sagte ein Polizeisprecher den "Kieler Nachrichten".

Die Polizei sucht derzeit weitere Zeugen. Eine spezialisierte Einheit der Kripo unterstützt die Polizei bei der Auswertung von Handyaufnahmen und Überwachungsvideos. Die Beamten kündigten für die nächsten Tage verstärkte Präsenz an dem Einkaufszentrum an.

Mit Material von dpa

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