POLITIK
29/02/2016 18:35 CET | Aktualisiert 29/02/2016 19:14 CET

Die Polizei jagt Islamisten - die wahre Gefahr für Europa übersehen sie dabei

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Es ist eine Studie, die uns beunruhigen muss. In der bisher größten Untersuchung zu dem Thema, haben Experten aus Großbritannien und den Niederlanden untersucht, wie groß die Gefahr durch rechten Terror in Europa ist. Die Antwort: Sie wird von den Sicherheitsbehörden völlig unterschätzt.

Das Fazit, das die Forscher nach 100 Seiten ziehen: Sie kommen zu dem Schluss, dass rechte Attentäter wie der Norweger Anders Breivik im Vergleich mit Islamisten "tödlicher sind und fast genauso viele - und sehr viel schwieriger durch die Sicherheitsbehörden aufzuspüren". Laut der britischen Tageszeitung "The Guardian" kam es in den vergangenen 15 Jahren zu knapp 100 Anschlägen und Attentaten durch rechte Terroristen in Europa.

Einer der Autoren der Studie erklärte: "Es ist überraschend, dass Anschläge von Rechtsradikalen mindestens ebenso häufig sind wie die von Islamisten. Sie finden aber kaum Beachtung." Wie Melanie Smith, eine der Co-Autoren der Studie gegenüber dem "Guardian" sagte, würden die meisten Mittel in den Kampf gegen den islamistischen Terror fließen.

Dass die Polizei laut der Studie bisher wenig gegen den rechten Terror ausrichten kann, hat einen weiteren Grund: Die radikalen Nationalisten handeln meist allein, islamistische Terroristen organisieren sich dagegen häufiger in Netzwerken. Und das macht der Polizei die Verbrechensbekämpfung leichter. Sie können zum Beispiel Telefone abhören oder Informanten in die islamistischen Kreise einschleusen.

Allerdings scheint sich dies laut den Experten jetzt zu ändern. Sie nennen die Pegida-Bewegung, die den rechten Terroristen so etwas wie "moralische Luft" und ein Umfeld gebe. Bisher würden die Ermittler vor allem über die sozialen Medien wie Facebook auf geplante Taten aufmerksam. Denn die Täter posteten häufig Pläne vorher im Netz.

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