POLITIK
28/02/2016 10:10 CET | Aktualisiert 28/02/2016 10:14 CET

Flüchtling zündet sich am Bahnhof an und rennt in Menschenmenge

Heiko Küverling via Getty Images
Flüchtling zündet sich am Bahnhof an und rennt in Menschenmenge

Ein Mann am Salzburger Hauptbahnhof hat sich Samstagnachmittag mit Benzin übergossen und selbst angezündet. Zu diesem Zeitpunkt war am Platz vor dem Bahnhof gerade eine Demonstration unter dem Motto "Stoppt den Angriff gegen Kurden" im Gange.

Der 42-jährige marokkanische Flüchtling hatte sich den Benzinkanister zuvor gekauft, übergoss sich selbst, zündete sich an und lief in die Menge. Es waren ungefähr 100 Menschen zur Kundgebung versammelt, von denen keiner verletzt wurde.

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Die wegen der Demonstration anwesenden Polizisten konnten den brennenden Mann mit ihren Einsatzjacken löschen. Der Mann wurde mit dem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus nach Wien geflogen.

Als er wieder ansprechbar war, gab er an, dass seine Tat nichts mit der Kundgebung zu tun gehabt hatte. Polizeisprecherin Valerie Hillebrand sagte der österreichischen Nachrichtenagentur APA: "Der Mann war ansprechbar und begründete die Tat einem Dolmetscher mit persönlichen Problemen."

Die Stadt Salzburg beklagt, dass sich vor allem Flüchtlinge aus Marokko am Hauptbahnhof sammeln. Der Polizeisprecher David Furtner sagte im ORF-Radio: „Die Gruppe besteht aus Zurückgewiesenen aus Deutschland und offenbar gibt es hier eine große Frustration.“

Flüchtlinge sind zunehmend frustriert

Erst Anfang Februar warf ein 22-Jähriger aus Marokko auf der Polizeiinspektion am Hauptbahnhof eine Parfumflasche zu Boden, entblößte seinen Oberkörper und versuchte, sich mit den Glassplittern selbst zu verletzen. Seit Wochen machen in Österreich Vorfälle mit von Deutschland abgewiesenen Flüchtlingen Schlagzeilen. Österreich hat seine Flüchtlingspolitik zuletzt massiv verschärft.

Irene Stauffer, Sprecherin der Salzburger Polizei, sagte auf Anfrage der Huffington Post: "Wir setzen auf zusätzliche Polizeipräsenz am Hauptbahnhof und in der Stadt Salzburg, um Vorfälle zu verhindern. Es ist aber nicht unsere Aufgabe einzuschätzen, warum und ob diese Menschen frustriert sind und ob sie deshalb straffällig werden."

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