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26/02/2016 17:10 CET | Aktualisiert 01/05/2016 08:40 CEST

Bei dieser unbearbeiteten Fotoserie legen Leute ihre Kleidung ab und reden über Selbstliebe

Anastasia Kuba
Die Fotografin Anastasia Kuba zeigt Menschen wie sie sind: komplexe Wesen

Warnung: Dieser Beitrag beinhaltet Nacktheit und könnte für das Arbeitsumfeld nicht angemessen sein.

Als die Fotografin Anastasia Kuba noch ein Kind war, wurde ihr gesagt, sie sei schön. Trotzdem bekam sie nicht das Gefühl vermittelt, mehr zu sein als ihr Körper. Nun möchte sie Menschen und ihre Körper anders fotografieren als bisher. Ohne Sexappeal oder einschlägige Nachricht. Sondern einfach nur als die komplexen, vielschichtigen Wesen, die sie sind.

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"Ich habe eine komplizierte Beziehung zu meiner Hülle, ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Wir haben Drogenmissbrauch im Uterus überlebt, sechs orthopädische Operationen, eine nicht einvernehmliche geschlechtsangleichende Operation, Geschlechtsumwandlungen, sexuelle Übergriffe, zwei Essstörungen und chronische Verletzungen durch rassistischen Motive"

-Mason

Kuba ist mit dem Gefühl aufgewachsen, schön zu sein. Sie hat helle Augen, blondes Haar und große Brüste. Eigenschaften, die als schön definiert werden. Schon ab einem jungen Alter wurde ihr viel Aufmerksamkeit entgegen gebracht.

Und dennoch rang Kuba stark mit ihrem Selbstwertgefühl. "Mein Selbstwert war abhängig von meiner Erscheinung", erklärt die Künstlerin gegenüber der Huffington Post.

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Crytsal an ihre Tochter Indra:

"Du bist stark. I lerne so viel von dir, weil du furchtlos bist. Ich bin so glücklich, deine Mutter zu sein und diese Reise mit dir anzutreten."

-Crystal

Als sie aufwuchs beeinflusste Kubas Identität als schöne Frau viele ihrer Lebensentscheidungen. "Ich dachte, ich hätte nichts anderes zu bieten. Ich war jung, ich hatte noch nicht wirklich heraus gefunden, wer ich war."

In diesem Glauben arbeitete Kuba, nachdem sie von Russland in die USA gezogen war, als Oben-ohne-Tänzerin. Es war kein Wendepunkt in ihrem Leben, aber es bestätigte ihr Gefühl, dass ihr Wert von ihrem Aussehen bestimmt werde.

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"Anastasia hat mir einen wichtigen Punkt auf meine Reise mitgegeben. Sie sagte mir, in wenigen Worten, dass nackt zu sein bedeutet, wahrhaftig zu werden. Das ist die Seele."

-Rob

Viele der gegenwärtigen feministischen Diskussionen drehen sich um die Stärkung der Frauen und um ein positives Körpergefühl, der "body positivity", und verbreiten die Idee, dass jede Frau oder besser gesagt, jeder Mensch schön ist. Obwohl Kuba diese Meinung nicht ablehnt, verfehlt diese für sie den entscheidenen Punkt.

"Normalerweise reden wir über 'body positivity' nach dem Motto 'Jeder sagt uns, dass wir nicht schön genug sind, aber schaut uns an, wir sind schön.' Ich hatte ein anderes Problem. Mir wurde gesagt, dass ich schön bin, aber das war's auch schon."

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"Wenn ich im Nachhinein auf die Bilder schaue, erinnere ich mich, dass Anastasia darüber geredet hat, dass es in jedem Fotoshooting einen Moment gibt, in dem die Person wieder zum Kind wird. Diesen Moment haben wir gefunden."

-Neil

Als sie 25 war, veränderte sich etwas in Kuba. Sie rasierte ihre Haare ab, trug kein Make-up mehr und schleuderte die High Heels in die Ecke - auf ihre eigene Art und Weise hörte sie auf, den gesellschaftlichen Schönheitsnormen zu entsprechen. Ihre Fotografie veränderte sich ebenso.

Davor hatte sie Frauen in ihren Zimmern fotografier, hatte ihren Sexappeal festgehalten. Mit ihren neuen Arbeiten wollte sich Kuba auf die Frage konzentrieren, was es bedeutet, einen Körper zu haben. Kein hochgestochenes Thema oder aufgebauschte Nachricht. Nur die Wahrheit.

"Körper erzählen Geschichten, wir sind komplexe Wesen", sagt Kuba. "Ich möchte die komplexen Geschichten der Körper erzählen."

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"Ich habe mich immer von meinen Körper distanziert, schon seit ich ein Kind war, für meine emotionale und körperliche Gesundheit. Ich erlebte sexuelle und verbale Misshandlung sowie rassistisch motivierte Ablehnung als Kind durch Leute, denen ich vertraute und durch eine Autoritätsperson. Alles war gegen meinen Körper gerichtet."

-Wendy

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"Das Trauma hat sich in mir gefestigt, schlich sich an, begann meine Hüften, meinen Körper, einzuschnüren, und sagte mir, es wäre der einzige Weg, um sicher zu sein. Aber ich bin mein Körper, ich bin meine Haut, die sieben Jahre lang nicht berührt wurde. Ich verdiene es, aufgeschlossen zu sein."

-Joss

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf The Huffington Post US

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