LIFESTYLE
25/02/2016 16:59 CET

Eine Frau beschwerte sich, weil ein Migrant ihre Rollläden reparierte - so reagierte die Firma

Johner Images via Getty Images
Close-up of mans hands

Ein Unternehmen aus Mönchengladbach sah sich gezwungen, eine Stellungnahme auf Facebook zu veröffentlichen, nachdem es große Probleme mit einer Kundin und einem Mitarbeiter gab, der einen Auftrag hätte erledigen sollen.

Konkret soll sich laut dem Unternehmen folgendes zugetragen haben: Eine Frau aus Schwalmtal wollte eine Reparatur an ihren Rollläden durchführen lassen. Ursprünglich hätte nur ein Angestellter den Auftrag durchführen sollen, da dieser aber erst kürzlich eine Operation an der Schulter gehabt hatte, wurde er von einem anderen Kollegen begleitet, der ihm zur Hand ging.

Dem Unternehmen zufolge entstanden durch den zweiten Arbeiter keine Mehrkosten für die Kundin. Dennoch rief sie bei der Firma an, um sich zu beschweren, dass "ein Fremder und Flüchtling" für den Auftrag mitgeschickt wurde.

Auf Anfrage der Huffington Post erklärte der Inhaber Markus Müllers: "Zunächst war meine Mitarbeiterin am Telefon, die sich minutenlang anhören musste, warum man da jemand mitschicke, der ihr womöglich die Wohnung leer räumen würde. Daraufhin rief ich sie zurück und musste mir noch einmal dasselbe anhören. Und das obwohl sie den Mann davor noch eingespannt hatte, ihren Kleiderschrank umzuschieben, was gar nicht seine Aufgabe war".

Laut Müllers habe es sich bei dem "Fremden" um einen Mann mit dunkler Hautfarbe gehandelt, der bereits seit Jahren in Deutschland lebt und bei einer Leiharbeitsfirma angestellt ist.

Dann reichte es dem Inhaber. Er war stinksauer und teilte den Vorfall auf Facebook mit der Öffentlichkeit. Der Beitrag wurde bereits über 8000 Mal geteilt.

Unglaublich - und eben wirklich so passiert. Habe den Blutdruck immer noch auf 180!!! TEILEN ausdrücklich erwünscht!!!!

Posted by Rolladen Müllers on Mittwoch, 24. Februar 2016

In dem Posting ist unter anderem zu lesen: "Es handelt sich um einen sehr höflichen, hilfsbereiten und kompetenten jungen Mann. Und NEIN, wir müssen ihn nicht vorab ankündigen, weil seine Haut über mehr Pigmete verfügt als die unserer Exkundin."

Müllers schrieb weiters, er würde sicherstellen, "dass wir nie wieder Fremde zu ihr schicken, indem ich nie wieder irgendjemanden zu ihr schicke!". Sein Posting schloss er ab mit dem provokanten Satz: "Legen Sie wert auf einen Ariernachweis bis in die dritte Generation, wenden Sie sich bitte an einer andere Firma!"

Im Gespräch mit der Huffington Post begründete Müllers sein Vorgehen: "Ich fühlte mich vor den Kopf gestoßen und dachte mir: Das sollten wirklich alle wissen, dass es so etwas gibt."

Auch auf HuffPost:

#auchichbindeutschland: Sie sind in Deutschland geboren oder aufgewachsen, werden aber nicht als "Deutsche" gesehen

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.