POLITIK
24/02/2016 13:17 CET | Aktualisiert 24/02/2016 14:23 CET

Putin machte einen fatalen Fehler: Mussten die 298 MH17-Passagiere deswegen sterben?

Getty Images
Ein fataler Fehler Putins könnte zum Absturz des Fluges MH17 geführt haben

Am 17. Juli 2014 stürzte über der Ostukraine eine Passagiermaschine der Malaysia Airlines ab. 298 Passagiere und Crew-Mitglieder starben. Offizielle Untersuchungen ergaben, dass die Maschine von einer Buk-Luftabwehrrakete zum Absturz gebracht wurde.

Diese soll Ermittlern zufolge mit hoher Wahrscheinlichkeit aus einem Gebiet abgefeuert worden sein, das von pro-russischen Rebellen kontrolliert wurde. Diese, so ist schon länger bekannt, wurden von Russland unterstützt.

Putin wehrte sich bisher vehement gegen den Vorwurf, es gebe einen Zusammenhang zwischen dem Absturz und der russischen Regierung.

Doch nun führt eine weitere Spur in den Kreml.

Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, hat das Recherchenetzwerk "Bellingcat" russische Soldaten und Kommandeure als mögliche Verdächtige identifiziert. Dafür glichen sie Video-Aufnahmen mit Facebook-Profilen ab.

Maßgeblich beschäftigten sich die Rechercheure mit der Frage, wer dafür verantwortlich ist, dass die Buk-Rakete in die Ukraine entsendet wurde.

"Wir glauben, dass das russische Verteidigungsministerium die Hauptverantwortung trägt, da auf dieser Ebene die Entscheidung getroffen wurde, Flugabwehr-Equipment in die Ukraine zu schicken", sagt der Hauptautor des Berichts, Daniel Romein der "Bild"-Zeitung.

Er geht davon aus, dass die Behörde dabei nicht genau festgelegt habe, welche Waffen in die Ukraine gesendet werden sollten.

"Die Entscheidung, die Buk zu schicken, muss wohl von Kommandeuren getroffen worden sein", saget der Rechercheur der Zeitung.

Auch Putin wusste seiner Einschätzung nach mit hoher Wahrscheinlichkeit davon, dass Luftabwehrwaffen in die Ukraine geschickt wurden.

"Es ist aber sehr unwahrscheinlich, dass er genau wusste, welche Waffen entsendet wurden. Wahrscheinlich vertraute er auf die Auswahl der Luftverteidigungskommandeure", erklärte Romein gegenüber „Bild“.

Ein fataler Fehler, denn: Hätte Putin angeordnet, nur Abwehrsysteme zu schicken, die nur begrenzt hoch schießen können, wäre es vermutlich nie zu dem Absturz gekommen.

Es liegt also nahe, dass Putin mit dem Absturz zu tun hatte - aber eher nur indirekt. Er hätte ihn wohl auch verhindern können, wenn nur Waffen geschickt worden wären, die Passagierflugzeugen nicht gefährlich werden können.

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