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24/02/2016 14:21 CET | Aktualisiert 24/02/2017 11:12 CET

"Der geilste Tag": Fitz und Schweighöfer auf Abwegen

Benno (Florian David Fitz) und Andi (Matthias Schweighöfer) fliegen in der First Class nach Mombasa

"Ein Männertrip durch Afrika", "Zwei Todgeweihte auf der Suche nach dem letzten Kick" oder "Knockin' On Heaven's Door 2". Es gibt viele Möglichkeiten, den neuen Film von Florian David Fitz (41, "Männerherzen") und Matthias Schweighöfer (34, "Der Nanny") zu beschreiben. Wenn zwei der populärsten Schauspieler Deutschlands zusammenarbeiten, schraubt das die Erwartungen natürlich hoch. Und die erfüllt die Tragikomödie "Der geilste Tag", die ab Donnerstag in den Kinos läuft, trotz vereinzelter Schwächen zweifellos. Der Titel ist zugleich das Motto des Films: Zwei Männer wollen noch einmal so richtig Spaß haben, bevor sie sterben. Ein amüsantes Til-Schweiger-Remake mit Erfolgsgarantie.

Andi (Schweighöfer) und Benno (Fitz) sind schwerkrank. Während der eine sein Schicksal akzeptiert hat und über seine Lungenfibrose bloggt, hat der andere einen genauen Plan, wie er sein Leben beenden will. Zwei völlig unterschiedliche Kerle machen sich also auf zu einem Abenteuer. Mit einem Sack voller Geld und einer Knarre im Gepäck sitzen sie schließlich in der First Class nach Mombasa. Die Suche nach dem geilsten Tag entwickelt sich zu einem echten Roadtrip - der jedoch ganz anders endet, als geplant.

Auf Clipfish sehen Sie das Musikvideo zu "Fliegen" von Matthias Schweighöfer

Parallelen zu "Knockin' On Heaven's Door"

Der Film erinnert sehr an den deutschen 90er-Jahre-Klassiker "Knockin' On Heaven's Door", in dem Til Schweiger (52, "Tschiller: Off Duty") und Jan Josef Liefers (51, "Honig im Kopf") ebenfalls vor ihrem nahenden Tod noch einmal ordentlich auf den Putz hauen. Ähnlich wie damals lebt der aktuelle Streifen vor allem durch seine Schauspieler. Im ersten gemeinsamen Projekt von Fitz und Schweighöfer sind die Rollen auch dementsprechend typgerecht verteilt: Es scheint oft, als hätte der coole Marc Meier aus "Doctor's Diary" den OP-Tisch gegen ein afrikanisches Wohnmobil getauscht. Schweighöfer dagegen glänzt wie so oft in seiner Paraderolle als liebenswerter und chaotischer Weichling.

Nach einem starken Anfang überzeugt der Film durch ehrliche Komik, ausdrucksvolle Bilder und einen durchdachten Soundtrack. Allein der erste Song "First Day of My Life" von den Bright Eyes macht Lust auf mehr. Die Musik unterstützt die Komödie an den richtigen Stellen, wodurch die Gefühlslage beim Zuschauer eminent beeinflusst wird. Herrliche Situationskomik und zahlreiche Lacher - nicht zuletzt dank Schweighöfers unverkennbarem Schreien - versprechen ein kurzweiliges Kinovergnügen. Lediglich gegen Ende wird die Geschichte unnötig in die Länge gezogen. Dabei vergibt der Film zudem seine Chance auf einen echten Knaller und bleibt stattdessen den klassischen Linien treu.

Fitz und Schweighöfer auf Augenhöhe

Dem Film ist die Note Fitz deutlich anzumerken. Der Münchner spielt nämlich nicht nur eine der Hauptrollen, sondern schrieb außerdem das Drehbuch, produzierte und führte obendrauf Regie. Auch Schweighöfer fungierte mit seiner Firma "Pantaleon Films" als Produzent. Bei dieser wortwörtlichen Man-Power ist es natürlich wenig verwunderlich, dass ein Film entstand, der ideal ins derzeitige deutsche Komödiengenre passt.

Die Protagonisten überzeugen in gewohnter Manier und harmonieren auf ganzer Linie. Die Chemie zwischen ihnen ist spürbar, das Zusammenspiel funktioniert problemlos und ihre teils lockeren, teils derben Wortwechsel könnten dabei nicht authentischer sein. Kurzum: Fitz und Schweighöfer spielen auf Augenhöhe. Sowohl in ernsten Szenen als auch in komischen Momenten gelingt es ihnen, das Publikum mitzureißen, wobei ihre Stärke klar auf den amüsanten Passagen liegt.

Obwohl der Streifen ein durchaus heikles, aber keinesfalls neues Thema aufgreift, wirkt dessen Umsetzung als Komödie nicht gezwungen. Der Tod spielt darin zwar unweigerlich eine ominöse Rolle, wird aber trotz seiner Ernsthaftigkeit gezielt mit Witz und einer guten Portion Sarkasmus behandelt. Die Komödie beleuchtet die aufwühlende Situation der Figuren auf eine humorvolle und überaus erfrischende Weise, ohne dabei leichtfertig zu wirken.

Ein echtes Erfolgsrezept

Fazit: "Der geilste Tag" ist eine gelungene Tragikomödie, die bei der breiten Masse nicht zuletzt dank ihrer Protagonisten hervorragend ankommen wird. Der Film funktioniert deshalb so gut, weil der Zuschauer ganz genau weiß, was er bekommt. Zwei beliebte Schauspieler in ihren Paraderollen und dazu eine charmant-witzige Erzählweise, wie sie das deutsche Publikum liebt.

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