POLITIK
22/02/2016 14:17 CET | Aktualisiert 22/02/2016 16:01 CET

Das macht ein Flüchtling, wenn er auf der Straße einen Geldbeutel mit 4000 Euro sieht

Creativ Studio Heinemann via Getty Images
Lost Wallet, elevated view,

Wenn er eine Geldbörse samt 4000 Euro Bargeld findet, kommt wohl sogar der ehrlichste, gewissenhafteste Mensch schnell in Versuchung. Einem irakischen Flüchtling in Ratingen ist nun genau das passiert.

Doch statt sich an dem Fund zu bereichern, brachte er das Portmonee mit Bargeld und Kreditkarten zur Polizei - und erhielt zum Dank einen Finderlohn von zwanzig Euro, wie die "Bild" berichtet.

Jamal Khalaf lebt seit drei Monaten in Deutschland. Mit seiner Frau und seinen vier Kindern floh er aus dem Irak vor dem IS. Seinen Bruder und dessen Familie musste er im Krisengebiet zurücklassen: Die mehreren Tausend US-Dollar, die die Schlepper für die gefährliche Überfahrt per Schlauchboot verlangen, konnten sie nicht aufbringen.

Grund genug, das Geld zu behalten, hätte Khalaf also gehabt. Doch der winkte ab. „Ich möchte nicht reich werden, sondern mit meiner Familie in Frieden leben können. Wenn ich meine Tasche mit Ausweisen und Geld verloren hätte, würde ich auch wollen, dass jemand sie zurückbringt“, sagte er der "Bild".

Die deutsche Frau, der die Brieftasche gehörte, habe sich nicht nach dem ehrlichen Finder erkundigt, gab die Polizei zu Wissen. Ganz leer geht Khalaf dennoch nicht aus: Beeindruckt von seiner Ehrlichkeit überreichten die Gesetzeshüter im zwanzig Euro als Dank. Die nahm er nach kurzem Zögern an: "Für meine Kinder."

Auch auf HuffPost:

Politik: Enttäuschte Flüchtlinge wollen wieder weg

Lesenswert

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.