LIFESTYLE
21/02/2016 13:12 CET | Aktualisiert 22/02/2016 14:37 CET

"Entschuldigung, es tut mir leid" - Das solltet Ihr stattdessen sagen

David Burch via Getty Images
Woman lecturing daughter

Die Worte „Entschuldigung“ und „es tut mir leid“ können eine große Bedeutung haben: Sie können Beziehungen retten oder Freunde versöhnen.

Trotzdem sind „Entschuldigung“ und „es tut mir leid“ auch oft bedeutungslos - zumindest in ihrem eigentlichen Sinne.

Denn bei (zu) vielen Gelegenheiten, rufen wir freimütig „Entschuldigung“ – obwohl wir eigentlich etwas ganz anderes meinen.

Das kann sogar zu unserem eigenen Nachteil sein, denn wer sich viel unnötig entschuldigt, wirkt unsicher. Außerdem verliert das Wort an Bedeutung, wenn es zu oft verwendet wird.

Wir haben ein paar Beispiele und Tipps, wie Ihr Entschuldigungs-Floskeln vermeiden könnt.

  1. Beispiel: Der kaputte Wasserboiler
  2. Eine Freundin erzählt mir, dass ihr Wasserboiler kaputt ist und sie die ganze Woche kalt duschen muss. „Das tut mir aber leid“, entfährt es mir automatisch. Dabei habe ich den Boiler nicht einmal angefasst, geschweige denn kaputt gemacht und direktes Leid widerfährt ja auch nicht mir, sondern ihr, weil sie kalt duschen muss...

    Was ich eigentlich will: Mitgefühl zeigen und meiner Freundin mental beistehen.

    Was ich lieber sagen sollte, um Empathie zu bekunden: „Das ist ja doof. Wenn ich könnte, würde ich dir warmes Wasser bringen.“

  3. Beispiel: Der Vortrag
  4. Bei der Arbeit will ich meinen Kollegen ein spannendes Projekt vorstellen. Doch plötzlich hängt der PC und ich gerate ins Stocken. „Sorry“, plappere ich in die peinliche Pause. Doch wofür eigentlich? Ich habe doch nicht die Störung herbeigeführt – und bin ich etwa Sprecher von Windows? Nö!

    Was ich eigentlich will: Die peinliche Stille füllen.

    Was ich lieber sagen sollte, um locker statt unsicher zu wirken: „Nutzen wir die kleine Zwangspause doch, um erste Fragen zu klären.“

  5. Beispiel: Der Monolog

Auf der Suche nach einem neuen PC gerate ich an einen besonders mitteilungsfreudigen Verkäufer. Weil sein Chef in der Nähe steht, hebt er zu einem ausschweifenden Fachvortrag über die Vor- und Nachteile von Windows. Um ihn zu unterbrechen, sage ich: „Entschuldigung, dass ich Sie unterbreche, aber ich habe noch einige Fragen.“ Doch wieso eigentlich „Entschuldigung“? Dafür, dass er sich auf Kosten meiner Zeit vor seinem Chef profilieren kann?

Was ich eigentlich will: Informationen über das, was mich interessiert: Speicherplatz, Akkulaufzeit und Preis.

Was ich lieber sagen sollte, um den Monolog zu unterbrechen: „Wenn ich da mal kurz einhaken darf, ich habe da noch einige andere Fragen.“

Fazit: Manchmal ist es vorteilhafter, freundlich statt höflich zu sein.

Das lässt sich schon am Wortstamm erkennen. Das Wort „höflich“ leitet sich vom (königlichen) Hof ab. Deswegen bringt es eine gewisse Distanz und manchmal sogar Unterwürfigkeit mit sich. Im Gegensatz dazu steckt in „freundlich“ das Wort „Freund“ – und dem gegenüber agiert man nicht nur wohlwollend sondern auch auf Augenhöhe.

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