POLITIK
20/02/2016 11:24 CET

Deutschland hat 2015 insgesamt 136 Flüchtlinge in die Maghreb-Staaten abgeschoben

dpa

Seit Anfang Februar werden in Deutschland Asylanträge aus dem Maghreb mit Vorrang bearbeitet. Auslöser dafür waren unter anderem die Übergriffe auf Frauen in der Silvesternacht in Köln. Viele der Tatverdächtigen sind Migranten aus Nordafrika.

Wie der "Spiegel" jetzt berichtet, hat Deutschland im vergangenen Jahr 136 Menschen in die nordafrikanischen Länder Marokko, Algerien und Tunesien abgeschoben. Über 15.000 dagegen wurden in den Westbalkan zurückgeschickt. Das Blatt beruft sich dabei auf eine Antwort des Bundesinnenministeriums auf die Linken-Anfrage.

Abschiebungen in die Maghreb-Staaten sollen nun verstärkt werden

Wegen der deutlich gestiegenen Flüchtlingszahlen und der Silvesterübergriffe in Köln sollen nun verstärkt abgelehnte Asylbewerber in die Maghreb-Staaten zurückgeschickt werden.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) reist Ende Februar mit Länderministern zu Gesprächen über die Abschiebung von abgelehnten Asylbewerbern nach Nordafrika. In Algerien, Tunesien und Marokko wollen die Ressortleiter mit den Regierungen der Maghreb-Staaten über deren Rücknahmebereitschaft sprechen, wie das Landesinnenministerium in Dresden am Donnerstag mitteilte.

Die große Koalition will auch die drei Maghreb-Staaten zu "sicheren Herkunftsländern" erklären, um Afrikaner schneller abschieben zu können.

Begleitet wird de Maizière auf der am 28. Februar beginnenden dreitägigen Reise vom Vorsitzenden der Innenministerkonferenz, Klaus Bouillon (CDU) aus dem Saarland, und Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU).

Mit Material von dpa

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