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19/02/2016 19:41 CET | Aktualisiert 19/02/2016 19:44 CET

Kurzsichtigkeits-Studie: Bis 2050 trägt jeder zweite Mensch eine Brille

Rekha Garton via Getty Images
Nach einer australischen Prognose könnte 2050 jeder zweite Mensch eine Brille tragen

Es ist eine Zivilisationskrankheit, die Laien gar nicht im Blick haben: Kurzsichtigkeit. Bis 2050 soll jeder Zweite weltweit auf die Ferne Objekte unscharf sehen können und wohl eine Brille benötigen.

Mehr als vier Milliarden Menschen wären dann kurzsichtig. Das ist die Prognose des australischen Vision Cooperative Research Centers, die Studienergebnis, die jetzt auf der Fachseite "Ophthalmology" erschienen ist.

Hierfür haben die australischen Forscher eine Metaanalyse von 145 Studien durchgeführt, an denen insgesamt 2,1 Millionen Menschen teilgenommen haben. So konnten sie die Verbreitung der Myopie seit 1995 erheben und in Folge dessen eine Vorhersage für die Entwicklung der Krankheit treffen.

Im Jahr 2000 trug fast jeder vierte eine Brille

Kurzsichtigkeit oder Myopie entsteht durch ein zu starkes Längenwachstums des Augapfels - vor allem zwischen dem sechsten und 18. Lebensjahr. Litten 2000 noch schätzungsweise 1,4 Milliarden Menschen beziehungsweise 22 Prozent der Weltbevölkerung darunter, wird die Zahl der Betroffenen in den kommenden Jahren weiter steigen:

Bis 2050 sollen weltweit sogar 4,7 Milliarden Menschen mindestens -0,5 Dioptrien haben und deshalb wohl eine Brille benötigen.

Davon könnten der Prognose zufolge 938 Millionen Menschen sogar von einer starken Myopie betroffen sein. Das heißt, sie haben mehr als -5 Dioptrien und zudem ein erhöhtes Risiko für andere Augenleiden wie Grünen Star oder Netzhautablösungen.

In Deutschland sind bereits rund 40 Prozent kurzsichtig

Der Leiter der Höheren Fachschule für Augenoptik in Köln, Wolfgang Wesemann, schätzte erst vor kurzem, dass in Deutschland bereits 40 Prozent der Menschen kurzsichtig sind. "Aber das geht auf jeden Fall weiter", betonte er.

In Asien habe sich der Anteil der Kurzsichtigen in den großen Metropolen sogar innerhalb weniger Jahre von 20 auf 80 Prozent erhöht. Diese rasante Entwicklung könne Wesemanns Meinung nach nur mit gesellschaftlichen Veränderungen zusammenhängen.

So ist das Blaulicht des Smartphones nicht zu unterschätzen. Schließlich wird dieses hier wie dort viel genutzt. Und darunter leiden auch unsere Augen.

Mit Material von dpa

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