WIRTSCHAFT
18/02/2016 14:55 CET | Aktualisiert 18/02/2016 15:22 CET

Öffentlicher Dienst: Gewerkschaften fordern 6 Prozent mehr Lohn

Andreas Gebert/dpa
Der öffentliche Dienst fordert sechs Prozent mehr Lohn

Sechs Prozent mehr Lohn - das fordern die Gewerkschaften für die mehr als zwei Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen.

Das teilten die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und der Beamtenbund dbb am Donnerstag in Berlin mit. Die Ausbildungsvergütung soll nach ihren Vorstellungen um 80 Euro pro Monat steigen.

Verdi-Chef Frank Bsirske sagte, nach erfolgreicher Ausbildung sollten die Azubis unbefristet übernommen werden. Sachgrundlose Befristungen sollten ausgeschlossen werden. Die Verhandlungen fänden in vergleichsweise guter konjunkturellen Lage statt.

Arbeitgeberverbände riefen zu Zurückhaltung auf

Und auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) pocht auf ein kräftiges Gehaltsplus. "Die Schere zwischen den Löhnen im öffentlichen Dienst und in der Wirtschaft darf sich nicht weiter öffnen", sagte DGB-Chef Reiner Hoffmann der "Passauer Neuen Presse". Der öffentliche Dienst müsse sich Gedanken darüber machen, wie er attraktiv bleibe.

Die Tarifverhandlungen beginnen Mitte März in Potsdam. Es geht um den Lohn der 2,14 Millionen Beschäftigten in den Kommunen und kommunalen Unternehmen und der 147.000 Arbeitnehmer des Bundes.

Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände hatte die Gewerkschaften zuvor zur Zurückhaltung aufgerufen. Auch wegen der Kosten der Flüchtlingskrise.

Böhle verweist auf Schuldenstand

"Die Tariflöhne der 2,1 Millionen Kommunalbeschäftigten sind zuletzt stärker gestiegen als in der Gesamtwirtschaft", sagte der Präsident der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), Thomas Böhle, der "Rheinischen Post" am Donnerstag.

"Einen Nachholbedarf sehe ich da nicht." Böhle verwies auf den immer noch hohen Schuldenstand von 144,5 Milliarden Euro. Die Situation werde durch die Flüchtlingskrise verschärft.

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