POLITIK
18/02/2016 09:15 CET | Aktualisiert 18/02/2016 09:35 CET

Kölner Flüchtlingsheim: Bewohnerinnen werfen Wachdienst sexuelle Belästigung vor

dpa
Sicherheitsdienskräfte in einer baden-württembergischen Landeserstaufnahmeeinrichtung (Archivbild)

Eigentlich soll der Wachdienst für die Sicherheit der Flüchtlinge sorgen. Doch immer wieder werden in Deutschland Fälle bekannt, bei denen Sicherheitspersonal in Flüchtlingsunterkünften Asylbewerber schikaniert. So wie Ende des vergangenen Jahres, als Security-Mitarbeiter einer Dresdner Erstaufnahmeeinrichtung auf libanesische Asylbewerber eintraten.

Der "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtet jetzt über eine Notunterkunft im Kölner Stadtteil Gremberg, in der Flüchtlingsfrauen dem Wachpersonal sexuelle Übergriffe vorwerfen.

Beim Duschen und Stillen fotografiert?

Frauen sollen demnach beim Duschen und Stillen fotografiert und gefilmt worden sein, die Sicherheitsleute hätten den Frauen aufgelauert und versucht, sie zum Geschlechtsverkehr zu überreden.

In die Unterkunft wollen viele so lange nicht zurückkehren, bis der Sicherheitsdienst ausgetauscht ist, berichtet das Blatt. Die Polizei ermittele derzeit, es bestehe der Anfangsverdacht des sexuellen Missbrauchs.

Bin entsetzt über die Vorwürfe

Anzeigen zu Übergriffen in dem Heim sollen der Polizei bis Mittwochnachmittag jedoch noch nicht vorliegen. „Ich bin entsetzt über die Vorwürfe. Ich bin mir sicher, dass sie völlig haltlos sind", zitiert das Blatt den Projektmanager des Sicherheitsdienstes.

Die Flüchtlinge beklagten zudem schlechte hygienische Zustände. Sie würden mangelhaft mit Essen versorgt, es gebe keine Übersetzer, kaum Hilfe bei gesundheitlichen Problemen, nur jeweils sechs Toiletten und zwei Duschen für Frauen und Männer.

70 Flüchtlinge aus dem Heim hatten daher am Mittwochnachmittag vor dem Bundesamt für Migration (Bamf) demonstriert.

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