LIFESTYLE
17/02/2016 10:39 CET | Aktualisiert 17/02/2016 20:40 CET

Dieses eine Wort benutzt fast jeder falsch

HuffPost
Dieses eine Wort benutzt fast jeder falsch

Ein unheimlicher Trend hat sich in Deutschland ausgebreitet. Lange hat es niemand gemerkt. Und plötzlich ist es überall. Man kann nicht mehr in Frieden arbeiten. Oder die Straße entlang gehen. Oder fernsehen. (OK, das konnte man noch nie).

Erst letztens ist es wieder passiert. Ich sitze an meinem Schreibtisch. Nichtsahnend. Vor mich hinsummend. In den Text auf dem Bildschirm vertieft. Da höre ich es. Das Wort.

Ich denke mir nichts dabei. Eine Ausnahme. Zufall. Kann mal passieren. Ja, ich schmunzle sogar.

Doch wenig später passiert es wieder. Diesmal benutzt ein anderer das Wort. Natürlich in einem falschen Zusammenhang. Und dann höre ich es noch von einem Dritten.

Plötzlich merke ich: Dieser Fehler ist gesellschaftsfähig geworden. Wir haben uns in das kollektive Tal der Ahnungslosigkeit begeben und niemand hat die Absicht, dort je wieder herauszufinden.

Das meist missbrauchte Adverb der deutschen Sprache

Der ein oder andere kluge Kopf wird längst wissen, von welchem Wort ich spreche. Es geht um das meist missbrauchte Adverb der deutschen Sprache: scheinbar.

Die meisten Menschen benutzen es inzwischen, um eine Aussage als Vermutung zu kennzeichnen. Sie setzen es gleich mit Worten wie "offenbar" oder "anscheinend". Dabei bedeutet es genau das Gegenteil. Es bedeutet, dass etwas nur so scheint, aber eigentlich ganz anders ist.

Der Unterschied zwischen "scheinbar" und "offenbar"

Wenn jemand zu dir sagt, dass der Chef scheinbar viel von dir halte, dann solltest du dich unter Umständen nach einem neuen Job umschauen. Ähnliches gilt, wenn ein Kollege sagt: "Scheinbar habe ich deine Mail nicht bekommen." Denn dann hat er sie bekommen und wollte sich nur nicht damit beschäftigen.

Soviel zur Theorie. Den meisten ist nicht bewusst, dass sie etwas völlig anderes sagen, als sie meinen. Ein Fehler, vor dem auch Bildung nicht schützt. Hochrangige Manager machen ihn. Menschen, die beruflich mit Sprache zu tun haben, machen ihn auch.

Und am Ende bleibt den Wissenden nur eine Frage: Sollen sie den Irrtum aufklären - oder ist das unhöflich?


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