POLITIK
17/02/2016 10:11 CET

SPD-Chef Gabriel nennt AfD "offen rassistisch"

dpa
Vize-Bundeskanzler Sigmar Gabriel (SPD) spricht am 08.02.2016 in Hamburg während eines SPD-Kreisverbandstreffens

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel bleibt auf Konfrontationskurs zur AfD. In einem Interview mit der Zeitung "Die Rheinpfalz" nannte er die rechtspopulistische Partei "offen rassistisch".

Die Partei wolle "eine völkische Gesellschaft", die auf Ausgrenzung beruhe. "Das erinnert fatal an das politische Vokabular der 20er und 30er Jahre des letzten Jahrhunderts", sagte Gabriel und zog damit eine Parallele zur Weimarer Republik und zur NS-Diktatur.

AfD in Sachsen-Anhalt bei 17 Prozent

Gabriel äußerte Verständnis für diejenigen, die sich über "die Politiker" ärgerten. Die meisten von ihnen seien keine Rechtsradikalen. "Sie müssen bei uns offene Ohren finden und auch Antworten auf ihre Fragen", sagte der Vizekanzler.

Derweil befindet sich die AfD weiterhin in einem Umfragehoch. Laut einer Untersuchung von Infratest dimap für den MDR käme die AfD in Sachsen-Anhalt einen Monat vor der Landtagswahl auf 17 Prozent. Die SPD (18 Prozent) liegt damit nur noch knapp vor den Rechtspopulisten.

Gabriel hatte zuletzt gefordert, die AfD durch den Verfassungsschutz beobachten zu lassen. "Bei der AfD gibt es massive Zweifel, dass sie auf der freiheitlich-demokratischen Grundordnung der Republik steht", sagte der Vizekanzler.

Mit Äußerungen von AfD-Chefin Frauke Petry zum Schusswaffeneinsatz an der deutschen Grenze hatte die Partei bundesweit für Empörung gesorgt.

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