POLITIK
17/02/2016 09:29 CET | Aktualisiert 17/02/2016 10:36 CET

Sachsen-Anhalt: AfD bei neuer Umfrage bei 17 Prozent - Schwarz-Rot mit Mehrheit

dpa

Wer wissen will, in welche Richtung es mit der AfD gehen könnte, muss nach Sachsen-Anhalt schauen. In einem Monat wird hier gewählt, und die Rechtspopulisten um ihren Landeschef André Poggenburg legen sich ins Zeug, ihre kruden Ansichten unters Volk zu bringen.

Bürgerwehren für Deutschland, eine "Pflege der deutschen Leitkultur" und ein "grundsätzlich positiver Bezug zum eigenen Land" sind da noch die harmloseren Forderungen im Wahlprogramm.

20 Prozent sind realistisch

Auch ein Verweis auf das Dritte Reich darf nicht fehlen. "Eine einseitige Konzentration auf zwölf Unglücksjahre unserer Geschichte verstellt den Blick auf Jahrhunderte, in denen eine einzigartige Substanz an Kultur und staatlicher Ordnung aufgebaut wurde", schreibt Poggenburg in der Präambel.

Ein Wahlergebnis von 20 Prozent halte er für realistisch, sagte Poggenburg vor kurzem. Eine aktuelle Umfrage zeigt jetzt, dass diese Zahl durchaus realistisch sein könnte. Nach einer Untersuchung von Infratest dimap für den MDR käme die AfD in Sachsen-Anhalt derzeit auf 17 Prozent. Die SPD (18 Prozent) liegt damit nur noch knapp vor den Rechtspopulisten.

Mitte Januar hatte das ZDF-"Politbarometer" die AfD in Sachsen-Anhalt noch bei 15 Prozent gesehen. Nach der am Mittwoch veröffentlichten Umfrage würde die CDU bei einer Landtagswahl bereits an diesem Sonntag mit 32 Prozent wieder stärkste Partei.

Die AfD will eine völkische Gesellschaft

Die Linkspartei würde mit 20 Prozent folgen. Die Grünen kämen auf fünf Prozent, die FDP wäre mit vier Prozent wohl nicht im Landtag vertreten. Damit zeichnet sich eine Fortsetzung der schwarz-roten Koalition ab. Für Rot-Rot-Grün würde es nicht reichen.

Die aktuellen Umfragewerte der AfD sorgen in Berlin weiterhin für Besorgnis. SPD-Chef Sigmar Gabriel nannte die AfD "offen rassistisch". Die Partei wolle "eine völkische Gesellschaft", die auf Ausgrenzung beruhe.

"Das erinnert fatal an das politische Vokabular der 20er und 30er Jahre des letzten Jahrhunderts", sagte Gabriel und zog damit eine Parallele zur Weimarer Republik und zur NS-Diktatur.

Während die AfD in Sachsen-Anhalt zugelegt hat, scheint sie bundesweit an Rückhalt zu verlieren. Laut aktuellem "Stern"-RTL-Wahltrend kommen die Rechtspopulisten nur noch auf neun Prozent.

"Vom Sympathierückgang für die Parteien der Großen Koalition profitiert nicht die AfD", sagt Forsa-Chef Manfred Güllner dem Blatt, "weil sie bereits alle, die für rechtsradikales Gedankengut anfällig sind, aufgesaugt hat – darunter auch die meisten Anhänger der rechtsextremen NPD, die vor dem bald beginnenden Verbotsverfahren offenbar eine neue Heimat gefunden haben."

Mit Material von dpa

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