POLITIK
17/02/2016 12:43 CET | Aktualisiert 17/02/2016 13:14 CET

"Bis zum letzten Blutstropfen": Türkische Rockerbande breitet sich rasant aus

Es ist ein martialisches Video, das Angst macht. „Wir kommen und übernehmen das Land“, sagt eine Stimme aus dem Off. „Bis zum letzten Tropfen Blut“ kämpfen diese selbst ernannten „Krieger ohne Angst".

Sie seien immer bereit, "für die Brüder eine Kugel zu fangen“, tönt es in dem Video. Unterlegt ist das ganze mit Gangster-Rap. Auch werden Waffen in die Kamera gehalten und es fließt Blut.

Mit dem Video will der „Osmanen Germania Boxclub“ auf sich aufmerksam machen. Das ist eine Rockergruppe mit Migrationshintergrund, die sich in Deutschland rasant ausbreitet – und die Behörden vor große Probleme stellt. Hier sind fünf Dinge, die ihr unbedingt über die Gruppe wissen müsst.

1. Gegründet 2015 und schon 700 Mitglieder

Erstmals zeigt jetzt ein Bericht des nordrhein-westfälischen Innenministeriums, welche Gefahr vermutlich von den Rockerneulingen ausgeht. Das vierseitige Papier, das unter anderem „Focus Online“ vorliegt, ist die Grundlage für eine Innenausschuss-Debatte im nordrhein-westfälischen Landtag am Donnerstag dieser Woche. Darin geht es um ein Erstarken des „Osmanen Germania Boxclub“.

Gegründet wurde die Gruppierung nach Erkenntnissen des Innenministeriums im April 2015 in Hessen. Derzeit sollen dem Club in Deutschland etwa 700 Männer angehören.

2. Die Gruppe hat sich rasant verbreitet

In Nordrhein-Westfalen ist die Rockergruppe seit Mitte Oktober aktiv und hat sich seither geradezu explosionsartig verbreitet.

Seit Kurzem existieren Ableger in Aachen, Bielefeld, Bochum, Dortmund, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Köln und Münster. „Dies zeigt, dass der Innenminister die Rockergruppen betreffende Lage überhaupt nicht mehr im Griff hat“, kritisiert Gregor Golland, Sicherheitsexperte der CDU-Fraktion im nordrhein-westfälischen Landtag, gegenüber „Focus Online“. „Bei der inneren Sicherheit in unserem Bundesland brennt es an allen Ecken und Enden."

3. Einige sind polizeibekannt

Bei einer Kundgebung in Neuss überprüften Polizisten 97 Rocker der Gruppe. „Zu einem Großteil dieser Personen liegen bereits kriminalpolizeiliche Erkenntnisse – vorwiegend wegen Rohheits- und Betäubungsmitteldelikten – vor“, heißt es im Bericht des NRW-Innenministeriums.

4. Die Gruppe hat sich auf ein Geschäft spezialisiert

Die Sicherheitsbehörden vermuten, dass der „Osmanen Germania Boxclub“ insbesondere innerhalb der Türsteher-Szene auf den lukrativen Vergnügungsmeilen in Düsseldorf und im Ruhrgebiet Einfluss gewinnen möchte.

5. Aber: Die Polizei wähnt die Lage unter Kontrolle

Insgesamt habe man die Lage auf dem Rockermarkt unter Kontrolle, beteuert das NRW-Innenministerium. „Die Polizei Nordrhein-Westfalen geht im Rahmen einer ganzheitlichen Strategie mit spezifischen Bekämpfungskonzepten konsequent gegen kriminelle Rockergruppen bzw. rockerähnliche Gruppierungen vor", heißt es im Bericht des Ministeriums.

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