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16/02/2016 17:53 CET | Aktualisiert 16/02/2016 17:54 CET

Erkältungssprays mit Fusafungin können lebensbedrohlich sein - Zulassung in Gefahr

Dirima via Getty Images
Bei Erkältungen können Sprays helfen. Doch ein Blick auf die Inhaltsstoffe ist jetzt besonders wichtig.

Schnupfen, Husten, Heiserkeit. Im Winter sind die Atemwege verstopft, gereizt und manchmal auch entzündet. Gut, dass es auch dagegen etwas gibt. Tabletten, Tees und Sprays sollen die Beschwerden lindern. Klingt schön, trotzdem solltet ihr euch die Inhaltsstoffe jetzt genauer ansehen. Fusafunginhaltige Arzneimittel können nämlich einige (sogar lebensbedrohliche) Nebenwirkungen haben.

Der Europäische Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) hat daher nun empfohlen, die Zulassung von solchen Medikamenten zurückzunehmen. Das berichtet das Fachportal "SpringerMedizin".

Fusafungin: Lebensbedrohliche Nebenwirkung ist selten

Der Grund dafür ist: Es sind immer mehr schwere allergische Reaktionen bei Kindern und Erwachsenen durch den Wirkstoff bekannt geworden. Diese könnten bis zu einer Verkrampfung der Bronchialmuskulatur reichen, erklärte der Ausschuss dem Gesundheitsportal der deutschen ApothekerInnen "Aponet" zufolge. Dies sei zwar selten, aber unter Umständen lebensbedrohlich.

Die Experten sahen keine Möglichkeit, das Risiko für solche Nebenwirkungen bei der Anwendung von Fusafungin zu reduzieren. Zudem könnte dieser Wirkungsstoff auch die Antibiotika-Resistenz fördern, berichtet "SpringerMedizin". Gleichzeitig wird aber der Nutzen dieses Wirkstoffs als gering eingeschätzt.

Im September 2015 hatte der Ausschuss für Risikobewertung der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) ein Verfahren zur Bewertung von Fusafungin eingeleitet. Das jetzige Ergebnis ist aber nicht bindend.

Zunächst haben die Hersteller die Möglichkeit, eine erneute Risiko-Nutzen-Überprüfung des Wirkstoffs zu fordern. Ansonsten muss sich eine Koordinierungsgruppe für gegenseitige Anerkennung entscheiden. Das letzte Wort hat die EU-Kommission.

Nutzt ihr Locabiosol, dann sprecht mit eurem Apothekern

"In Deutschland ist unseres Wissens nur das Arzneimittel Locabiosol betroffen", erklärt Martin Schulz, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker auf "Aponet".

Sein Rat: Wer dieses rezeptfreie Medikament anwenden oder erwerben will, sollte sich bei seinem Arzt oder Apotheker informieren. Fusafungin wird bei akut entzündlichen Erkrankungen als Spray in der Mundhöhle und als Nasenspray angewendet, heißt es auf der Apotheker-Seite.

Was Superfoods für die Gesundheit tun können:

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