POLITIK
15/02/2016 19:53 CET | Aktualisiert 23/02/2016 21:17 CET

Machtdemonstration? Russische Jagdflugzeuge begleiten deutsche Tornados über Syrien

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Machtdemonstration? Russische Jagdflugzeuge begleiten deutsche Tornados über Syrien

Deutsche Militärflugzeuge, die über Syrien Aufklärungsflüge machen, werden dabei von russischen Jagdflugzeugen begleitet. Das berichtet die "Rheinische Post" aus einem Gespräch mit dem Kommandeur des Zentrums Luftoperationen der Bundeswehr, Generalleutnant Joachim Wundrak.

Die deutschen Tornados würden aber nicht abgefangen oder abgedrängt, Zwischenfälle habe es keine gegeben.

Der Kommandeur wertete die Manöver im Gespräch mit der Zeitung als politische Demonstration dafür, "dass sie im Gegensatz zu der internationalen Anti-IS-Koalition auf Einladung der legitimen syrischen Regierung unterwegs sind".

Russland stützt Syriens Machthaber Baschar al-Assad, der aus Sicht vieler westlicher Staaten mit seinem brutalen Kampf gegen die eigene Bevölkerung jede Legitimation verloren hat.

Verschiedene andere Staaten bekämpfen in Syrien aus der Luft die Terroristen des Islamischen Staates (IS). Fast 70 Staaten unterstützen diese Strategie, darunter viele Nato-Staaten und auch arabische Länder. Aktiv an den Einsätzen beteiligt sind unter anderem die USA, Großbritannien, Frankreich und arabische Länder.

Deutschland hat sich erstmals im Dezember vergangenen Jahres beteiligt. Unter anderem fliegen deutsche Soldaten Aufklärungsflüge, um Ziele für die anderen Partner auszuspähen. Außerdem betanken sie andere Maschinen in der Luft.

Russische Bomber unterstützen auch den Vormarsch syrischer Regierungstruppen auf die Großstadt Aleppo. Das Vorgehen ist verheerend für die Zivilbevölkerung, Zehntausenden blieb und bleibt nur die Flucht. Westliche Staaten hatten Russland dafür scharf kritisiert.

Wie die "Rheinische Post" berichtet, sind über Syrien und dem Irak mehr als 100 Kampflugzeuge und zusätzlich Drohnen im Kampf gegen den IS eingesetzt. Um Zusammenstöße der Maschinen zu vermeiden, hätten die USA und Russland "eine Art Rotes Telefon" eingerichtet.

Begegnungen von russischen Flugzeugen mit anderen können höchst brisant werden. Im November hatte die Türkei ein russisches Kampfflugzeug abgeschossen. Die Türkei gab an, der Flieger habe türkischen Luftraum verletzt und Warnungen ignoriert. Russland dementierte.

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