POLITIK
14/02/2016 15:12 CET | Aktualisiert 14/02/2016 15:13 CET

Boykott: US-Senatoren erscheinen nicht zum Abendessen bei Horst Seehofer

ASSOCIATED PRESS
Einsames Abendessen bei Seehofers: US Senatoren sind nicht zum Dinner erschienen

Offenbar aus Protest gegen Horst Seehofers Russlandbesuch sind einige US-Senatoren nicht zu einem Abendessen in der Münchener Residenz erschienen. Das berichten "Spiegel Online" und die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" ("FAZ") unter Berufung Mitglieder der US-Delegation und CSU-Kreise.

Nur einer der Senatoren, Joe Liebermann, habe das Dinner, das im Rahmen der Münchner Sicherheitskonferenz abgehalten wurde, besucht. Außerdem sollen ein ranghoher Geheimdienstmitarbeiter sowie ein weiteres Mitglied der amerikanischen Delegation zu dem Empfang erschienen sein.

Nicht gekommen war unter anderem der Republikaner John McCain, der für seine harte Haltung gegenüber Russland bekannt ist. Seehofer habe mit dem Besuch das falsche Signal gesendet, hieß es "Spiegel Online" zufolge aus Delegationskreisen.

CSU-Politiker wollen die Abwesenheit der US-Senatoren jedoch nicht als Boykott bewerten. Im Gespräch mit der "FAZ" verwies ein CSU-Politiker darauf, dass schließlich einige Gäste auch gekommen seien.

Auch der amerikanische Außenminister John Kerry habe sich bereits auf dem Weg zur Münchener Residenz befunden, als er auf Grund von Umständen, die mit den Gesprächen auf der Sicherheitskonferenz zu tun hatten, umkehren musste.

Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer hatte Russlands Präsident Wladimir Putin Anfang Februar in Moskau besucht. Die Reise bewerten nicht nur konservative US-Politiker als außenpolitischen Fauxpas.

Auch in Deutschland hatte der Bayer Kritik geerntet. So sagte beispielsweise der Russlandbeauftragte der Bundesregierung, Gernot Erler, Seehofer habe sich mit seinem Besuch von Putin instrumentalisieren lassen und schade dem Ziel, eine einheitliche EU-Außenpolitik zu etablieren.

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