NACHRICHTEN
14/02/2016 15:02 CET

Er wollte Zivilcourage zeigen - eine Richterin bestrafte ihn dafür

Djordje_Stojiljkovic via Getty Images
Für Zivilcourage verurteilt

Er wollte Zivilcourage zeigen - und wurde am Ende dafür bestraft: Ende vergangener Woche wurde ein 22-jähriger Mann vom Amtsgericht Ludwigsburg zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Der Grund: Der Verurteilte hatte einem Fremden in einer Notsituation geholfen, und dabei den Angreifer verletzt.

Der Angeklagte habe aus Notwehr gehandelt

Laut "Stuttgarter Nachrichten" wurde im Juni 2015 ein Mann von einer stark alkoholisierten Gruppe Jugendlicher in der Ludwigsburger Innenstadt angegriffen. Diese sollen ihn zunächst zu Boden geschlagen, dann umkreist und weiter auf ihn eingetreten haben.

In diesem Moment soll der Angeklagte eingeschritten sein und dabei einem der Angreifer den Kiefer gebrochen haben. Vor Gericht erklärt er, dass es nicht seine Absicht gewesen sei, jemanden zu verletzen und dass er dem Opfer lediglich helfen wollte.

Richterin beschließt, dass das Ausmaß der Notwehr überschritten wurde

Sowohl das Opfer als auch Augenzeugen bestätigten diesen Vorfall. Die Staatsanwältin und die Verteidigerin einigten sich daher auf einen Freispruch. Die Richterin allerdings fällte das Urteil, dass der Angeklagte über Notwehr hinaus gehandelt habe.

Somit wurde der Angeklagte aufgrund fahrlässiger Körperverletzung mit drei Monaten und zwei Wochen Gefängnis bestraft. Zuvor hatte er im Dezember vergangenen Jahres bereits in Untersuchungshaft gesessen.

Unstimmigeiten im Ermittlungsverfahren

Der Angeklagte ist dem Gericht bereits wegen Körperverletzung bekannt. Dies sei bei der Urteilsfällung nicht unberücksichtigt geblieben. Auch der Verletzte soll ausgesagt haben, dass der Verurteilte ihn grundlos geschubst hat.

Allerdings soll es bei den Ermittlungen einige Unstimmigkeiten gegeben haben. So wurde beispielsweise das Mobiltelefon des Angeklagten viel zu spät begutachtet.

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