POLITIK
12/02/2016 07:34 CET | Aktualisiert 12/02/2016 07:37 CET

Polnische Ministerpräsidentin: "Brauchen eine Wende in der Flüchtlingspolitik"

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Flüchtlinge an der griechischen Grenze

Dass die Regierungschefs der osteuropäischen Länder die Flüchtlingspolitik von Angela Merkel schon länger kritisch sehen, ist kein Geheimnis. Bei ihrem Antrittsbesuch in Deutschland hat Polens neue Ministerpräsidentin Beata Szydlo jetzt erneut vor einer Verschärfung der Flüchtlingskrise gewarnt.

In einem Interview mit der "Bild" sagte Szydlo: "Die Lösung der Zuwanderungskrise ist eine der größten Herausforderungen, vor der Europa heute steht. Es zeigt sich, dass der eingeschlagene Weg nicht weiterführt. Wir brauchen eine Kehrtwende.“

Wir haben die Gefahr unterschätzt

Und weiter: "Aber bedauerlicherweise ist das geschehen, wovor wir gewarnt haben, als unsere Vorgänger die Beschlüsse (Aufnahme von Flüchtlingen, Anm. d. Red.) gefasst haben: die Terroranschläge von Paris, die Sex-Attacken an Silvester in Köln. Tag für Tag hören wir von Übergriffen, an denen Zuwanderer beteiligt sind. Das heißt: Wir haben die Gefahr unterschätzt. Heute brauchen wir neue Lösungen.“

Dass Polen gar keine Flüchtlinge mehr aufnimmt, sagte Szydlo aber nicht. Polen werde aber "sehr genau darauf achten, wer ins Land kommt". "Die Schwächung Deutschlands macht auch Europa instabiler“, sagte Szydlo gegenüber der "Bild" weiter. „Wir müssen uns eingestehen: Es wurden Fehler gemacht. Die Lage an den Außengrenzen der EU und auch in Deutschland ist außer Kontrolle geraten.“

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