LIFESTYLE
12/02/2016 10:34 CET | Aktualisiert 12/02/2016 16:48 CET

Kaffee-Studie: Nicht so ungesund wie gedacht

Halfdark via Getty Images
Für viele zählt der Kaffee am Morgen zum Wichtigsten Bestandteil eines Frühstücks.

Kaffee gilt in Deutschland als das beliebteste Heißgetränk. Weltweit liegt Deutschland im Kaffeekonsum sogar auf Platz drei. Aber immer wieder wurde von Experten von einem übermäßigen Konsum abgeraten, da mit exzessiven Kaffeetrinken ein erhöhtes Risiko für Herzkrankheiten, Diabetes oder Krebs verbunden werden. Eine neue Studie gibt jetzt Entwarnung.

So soll Kaffee laut den Ergebnissen sogar gesundheitsfördernde Auswirkungen haben. An der Langzeitstudie im Rahmen der European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC) nahmen 42.600 erwachsene Frauen und Männer in Deutschland teil. Die EPIC-Studien sind prospektive, also vorausschauende, Untersuchungen zu den Zusammenhängen zwischen Ernährung und Krankheiten wie Krebs oder chronischen Krankheiten.

Geringeres Diabetes-Risiko durch Kaffee?

Die Ergebnisse zeigten ein vermindertes Risiko für Typ-2-Diabetes durch den Konsum von etwa vier Tassen Kaffe am Tag. So soll das Risiko bei Vieltrinkern um 23 Prozent geringer gewesen sein. Dieses Ergebnis zeigte sich sowohl bei entkoffeinierten als auch bei koffeinhaltigem Kaffee. Zwar konnte in Bezug auf Risiken für Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen keine Verringerung festgestellt werden, allerdings erhöhte sich ein Risiko durch den Kaffeekonsum auch nicht.

Ähnlich hohe Mengen an Kaffee wurden auch von der EFSA als unbedenklich bewertet. Die Risikobewertung ergab, dass etwa 400 mg Koffein pro Tag (etwa 5,7 mg pro Kilogramm Körpergewicht je Tag) für einen gesunden Erwachsenen unbedenklich seien. Das entspricht etwa vier Tassen herkömmlichen Filterkaffees.

Die aufputschende Wirkung von Kaffee kann sich allerdings negativ auf den Tiefschlaf auswirken, wenn man kurz vor dem zu Bett gehen noch hohe Mengen an Koffein zu sich nimmt. Für Kinder sollte Kaffee auch weiterhin nur gemäßigt konsumiert werden.

Kaffee in der Schwangerschaft

Für Schwangere kann ebenfalls Entwarnung gegeben werden. Auch wenn seit jeher schwangeren Frauen vom Kaffeekonsum abgeraten wird, ergaben immer mehr Studien kein erhöhtes Risiko für den Fötus. Auf die Dosis käme es hierbei an, so seien Dosen von bis zu 200 mg pro Tag, also etwa zwei Tassen, unbedenklich.

Höhere Dosen können allerdings gesundheitliche Auswirkungen auf das Kind haben, vor allem auch deswegen, weil das Koffein die Plazenta frei passieren kann und der Abbau von Koffein während der Schwangerschaft verlangsamt ist.

Natürlich müssen bei solchen Studien auch immer alle anderen Einflüsse miteinberechnet werden. So können die Ergebnisse bei starken Rauchern oder übermäßigem Alkoholgenuss völlig anders ausfallen. So sei es laut EPIC-Studienleiter Heiner Boeing wichtig, "darauf zu achten, ausreichend Vollkornprodukte, wenig Fleisch sowie viel Obst und Gemüse zu essen, nicht zu rauchen und sich ausreichend zu bewegen." Wer aber sehr gerne Kaffee trinkt, soll das gerne beibehalten und muss sich bei bis zu vier Tassen am Tag keine Sorgen um ein erhöhtes Krebs- oder Krankheitsrisiko machen, meint der Studienleiter.

Auch auf HuffPost:

Diabetes, Herzinfarkt, Suizid: So viele Tassen Kaffee pro Tag verringern euer Sterberisiko

Was Superfoods für die Gesundheit tun können:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.

Gesponsert von Knappschaft