POLITIK
12/02/2016 21:58 CET | Aktualisiert 13/02/2016 09:57 CET

Flüchtlingsdebatte - Tübingens Oberbürgermeister Palmer: "Nicht die Zeiten für Pippi-Langstrumpf-Politik"

dpa

Der Oberbürgermeister von Tübingen, Boris Palmer (Grüne), hat im Interview mit dem "Spiegel" erneut deutliche Worte in der Debatte um Grenzschließungen und Flüchtlinge in Europa gefunden.

Europa müsse es aushalten, wenn sich vor den Toren Europas hässliche Szenen abspielten, sagte Palmer dem "Spiegel". Er wolle das zwar nicht, beteuerte er. "Aber wir müs­sen das aus­hal­ten, weil sonst Eu­ro­pa, das Ver­trau­en in den Staat, un­ser so­zia­ler Zu­sam­men­halt und letzt­lich un­se­re Fä­hig­keit, den Flücht­lin­gen zu hel­fen, auf dem Spiel ste­hen."

Das ist Realpolitik

Für ihn zähle, dass man Kriegs­flücht­lin­gen helfe, die Schleu­ser ar­beits­los ma­che sowie Kinder und Frauen in ei­nem ge­ord­ne­ten Zu­wan­de­rungs­ver­fah­ren ho­le und nicht nur al­lein­ste­hen­de Män­ner, sagte Palmer. "Das ist Realpolitik".

Seine Partei setze sich seit 35 Jahren für eine gerechtere Welt ein, erklärte der Grünen-Politiker. "Aber wir kön­nen die­se Men­schen nicht alle bei uns auf­neh­men, wir müs­sen dort hel­fen, wo sie le­ben. Es sind nicht die Zei­ten für Pip­pi-Lang­strumpf- oder Po­ny­hof-Po­li­tik."

Für mich klingt das nach Durchhalteappell

Zu Merkels "Wir-Schaffen-Das"-Politik sagte Palmer: "Für mich klingt das mit­ter­ler­wei­le nach Durch­hal­teap­pell". Seiner Ansicht nach schaffe Deutschland es nur, "wenn wir es grund­le­gend an­ders und bes­ser ma­chen".

"Ich bin Ober­bür­ger­meis­ter ei­ner gan­zen Stadt. Wir müs­sen Po­li­tik für die gan­ze Be­völ­ke­rung ma­chen. Und die gro­ße Mehr­heit im Land will, dass ihr Le­ben so bleibt, wie es ist", sagte der Grünen-Politiker dem Blatt.

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