POLITIK
12/02/2016 06:56 CET | Aktualisiert 12/02/2016 08:35 CET

AfD-Spitzenpolitiker Alexander Gauland: "Was die AfD schon seit langem beklagt, hat nun Seehofer ausgesprochen."

dpa

Schon länger ahnen es manche Beobachter des politischen Betriebs: Die CSU kopiert Positionen und Ideen der AfD. Das ist nun aber auch Spitzenpolitikern der AfD aufgefallen.

Der stellvertretende Vorsitzende der Partei Alexander Gauland schreibt jetzt in einer Pressemitteilung: "Was die AfD schon seit langem beklagt, hat nun Seehofer ausgesprochen." Und Gauland ist sauer. Denn was bei der CSU ok zu sein scheint, bringt der AfD Ärger ein.

Gauland schreibt: "Seehofer hat erkannt, dass Frau Merkel sich weder um Gesetze, noch um den Wählerwillen schert. Bei Seehofer werden diese Feststellungen von den Medien als sachliche Kritik an der Politik von Frau Merkel transportiert. Kommt die gleiche Aussage jedoch von der AfD, gilt sie für die Kommentatoren bestenfalls als rechtspopulistisch."

Copy und Paste bei der CSU?

Der Ehrlichkeit halber muss aber erwähnt werden, dass auch Seehofer für seine Äußerung scharf kritisiert wurde.

Aber dabei bleibt es noch nicht. Die AfD sieht sich auch in weiteren wichtigen Punkten von der CSU kopiert. Wer bei der AfD in Brandenburg nachfragt, deren Parteichef Gauland ist, der bekommt noch weitere Beispiele geliefert:

1. Die Forderung Russlandsanktionen aufzuheben. Auch die CSU fordere dies neuerdings auch.

2. Die Forderung nach einer Obergrenze für Asylbewerber. Auch die habe die CSU inzwischen übernommen.

3. Die AfD wollte zuerst gegen die Kanzlerin vor Gericht ziehen. Nämlich schon am 9. Oktober des vergangenen Jahres. Die CSU sei erst später mit ihrer Drohung einer Verfassungsklage um die Ecke gekommen.

4. Auch die Forderung nach Grenzschließungen habe die CSU inzwischen übernommen - indem sie strenge Grenzkontrollen inklusive der Obergrenze fordert.

In der Parteizentrale der AfD in Brandenburg gibt man sich aber gegenüber der CSU versöhnlicher als Gauland. Dort heißt es: "In der Partei herrscht die Erkenntnis vor, dass man die Politik aktuell nur von außen verändern kann. Daher sind die Übernahme unserer Positionen auch strategisch gesehen ein Erfolg."

Na denn...

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