POLITIK
11/02/2016 12:56 CET | Aktualisiert 11/02/2016 16:11 CET

Kölner Polizeipräsident: "Wir haben hier Orte, die Menschen Angst machen"

dpa
Polizisten in Köln

Nach den Ereignissen in der Silvesternacht kommt Köln nicht zur Ruhe. Wie Jürgen Mathies, der Polizeipräsident der Stadt, jetzt in einem Interview mit der "Kölnischen Rundschau" sagte, war die Zahl der Sexualdelikte auch an Karneval ungewöhnlich hoch.

Seien 2015 noch 18 Delikte angezeigt worden, waren es dieses Jahr mehr als 50. Insgesamt würden Sexualdelikte aber auch viel früher angezeigt. Die Bürger in der Stadt fühlten sich unsicher, sagt der Polizeipräsident. "Wir haben hier Orte, die Menschen Angst machen."

Mathies, der den Job des nach den Silvesterübergriffen gefeuerten Polizeipräsidenten Wolfgang Albers übernommen hat, kündigte nun aber auch Konsequenzen an. "Ich möchte an allen Freitagen, Samstagen und den Tagen vor Feiertagen eine Hundertschaft der Bereitschaftspolizei einsetzen."

Innerhalb von Stunden verändert sich die Situation komplett

Beunruhigend: Mathies berichtet darüber, dass die Kriminellen sofort ausnutzen, wenn sich die Polizei zurückzieht. An den Karnevalstagen hätten die Beamten beobachtet, dass sich "innerhalb von zwei Stunden die Lage vor dem Dom und vor dem Hauptbahnhof komplett verändert hat".

Der Grund: Die Polizei wurde zu einem Einsatz in Mönchengladbach abgezogen. "Da waren hochproblematische Personen im Bereich der Treppe", erzählt Mathies weiter. Vereinzelt kam es dabei auch wieder zu sexuellen Übergriffen. "Als die Präsenz wieder da war und konsequent eingeschritten wurde, hat sich das wieder geändert."

Diebe verlassen den Domplatz

Auch aus der Herkunft der Täter macht der Polizeipräsident keinen Hehl: "Das waren nordafrikanische Intensivtäter oder Personen, die verdächtig sind", sagt er.

Aber gibt auch schon Erfolge zu vermelden. Die höhere Polizeipräsenz in der Nähe des Bahnhofs habe die Sicherheit erhöht. Dadurch haben zum Beispiel Diebe ihre Aktivitäten an einen anderen Ort verlegt. Der Polizeipräsident sagt: "Die nordafrikanischen Täter sind zum Teil nicht mehr da. Ich weiß nicht, wo sie sind. Die sind ohnehin stinksauer auf ihre Landsleute, dass sie ihnen das „Geschäft“ kaputt gemacht haben."

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