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Pisa-Studie: Jeder fünfte Deutsche Schüler kann kaum rechnen

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SCHULE
School children in uniforms in class with tablets | Getty
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Die Zahlen müssen uns Sorgen bereiten - um die Zukunft unserer Bildung: Fast jeder fünfte 15-jährige Schüler in Deutschland gilt als zumindest teilweise äußerst leistungsschwach. Und dabei haben sich die Leistungen nach dem sogenannten "PISA-Schock" im Jahr 2001 sogar noch verbessert.

Dies geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) mit Daten der PISA-Tests bis 2012 hervor. Die Organisation unterteilt den Kompetenzstand von Schülern in Stufen zwischen 0 und 6 - von schwach bis stark.

Einfachste Aufgaben sind für viele zu schwer

Gut 140.000 deutsche Fünfzehnjährige erreichten demnach in diesem Zeitraum im Fach Mathematik bestenfalls das Kompetenzniveau 1, fast 70.000 Getestete waren sogar schwach in allen drei PISA-Vergleichsfeldern (Mathematik, Naturwissenschaften, Lesen und Textverständnis).

"Kompetenzniveau 1 - das sind wirklich allereinfachste Aufgaben", sagte OECD-Chefkoordinator Andreas Schleicher. "Es gibt einen relativ hohen Anteil Schüler, die nicht einmal dieses elementarste Niveau erreichen."

Es gibt nicht nur ein, sondern etliche Probleme

Die Autoren der Studie haben sich auch über die Gründe Gedanken gemacht: Schwache Schulleistungen seien "nicht das Ergebnis eines einzelnen Risikofaktors, sondern einer Kombination von mehreren Hindernissen und Benachteiligungen", heißt es in dem Dokument. Mit anderen Worten: In Deutschland gibt es etliche Baustellen, die bessere Leistungen der Schüler verhindern.

Als Stellschrauben nannte Schleicher frühkindliche Bildung (statt staatlicher "Prämien" für deren Verhinderung), eine frühe Leistungsdiagnostik, verbindliche Bildungsstandards, mehr Ganztagsschulen, intensivere Aus- und Weiterbildung für Lehrer. Reichlich Arbeit für die heimischen Kultusminister.

Der Ausblick der Forscher

Ist damit das Ende der Bildungsrepublik Deutschland eingeleitet? Nein, die Autoren der Studie geben durchaus einen positiven Ausblick. So hat sei der Bereich der Problemschüler "ein Feld, wo sich in Deutschland einiges bewegt hat", sagte der Bildungsforscher. Und dies sei auch messbar: Der Anteil der Schüler, die schlecht rechnen und lesen können, hat sich seit dem Beginn der Studie verringert.

Und darin liegt eine Botschaft, die Hoffnung macht: Die deutschen Schüler werden schlauer - langsam jedenfalls.

Mit Material von dpa.

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