POLITIK
10/02/2016 15:10 CET | Aktualisiert 11/02/2016 09:37 CET

Südkorea will Industriepark Kaesong in Nordkorea schließen

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KAESONG, NORTH KOREA - DECEMBER 19: North Korean employees work at the assembly line of the factory of South Korean company at the Kaesong industrial complex on December 19, 2013 in Kaesong, North Korea. North Korea agreed on this rare cross-border trip of about 30 foreign officials and financial experts proposed by South Korea as the South Korean government watches on Pyongyang following the execution of leader Kim Jong-Un's uncle, Jang Song-Thaek. The Kaesong Industrial Complex was re-opened in September after a five-month closure caused by military tensions. (Photo by Park Jin-Hee-Pool/Getty Images)

Der Konflikt zwischen Nord- und Südkorea schien bereits auf dem Höhepunkt der Eskalation, nachdem der Machthaber des Nordens, Kim Jong-Un, erneut eine Rakete gezündet hatte. Mit nur einem Monat Abstand war dem Start ein Atomtest vorausgegangen. Jetzt aber folgt den Provokationen eine handfeste Antwort des südlichen Nachbarn: Südkorea will die Zusammenarbeit im von beiden Ländern betriebenen Industriepark Kaesong beenden.

Ziel ist es offenbar, dem bedrohlichen Norden den Geldhahn zuzudrehen: Das Land solle keine harte Währung mehr aus dem Projekt ziehen können, um sie in die Entwicklung von Militärtechnologie zu stecken, teilte das Verteidigungsministerium mit. Die Regierung habe beschlossen, den Komplex "komplett zu schließen".

Machthaber Kim setzte bislang auf Aktionen, die zwar militärisches Potential erahnen ließen, aber doch hauptsächlich als Provokation an Südkorea und seine westlichen Verbündeten gedacht waren. Mit der Schließung des Industrieparks hält jetzt endgültig Realpolitik Einzug in den Konflikt: Mehr als 50.000 Nordkoreaner arbeiten in Kaesong für 124 südkoreanische Unternehmen.

Der 2004 geöffnete Fabrikpark war damit bislang eine wertvolle Einnahmequelle, die Devisen lieferte. Bis zum heutigen Tag flossen Nordkorea den südkoreanischen Angaben zufolge 616 Milliarden Won (458 Millionen Euro) zu. Das Gelände befindet sich in einer Sonderzone der grenznahen nordkoreanischen Stadt Kaesong.

Nun fällt dieses Stück Industrie weg - und damit auch ein Grund für Nordkorea, sich auf Kompromisse mit dem Süden einzulassen. Denn die Sanktion bedeutet nun einmal unweigerlich den Verlust wirtschaftlichen Drohpotentials. Die Antwort darauf könnten neue Provokationen von Kim sein - Atomtests und Raketenstarts sind dabei womöglich nur der Anfang.

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