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10/02/2016 03:39 CET | Aktualisiert 10/02/2016 09:34 CET

Aus dem Inneren des Todeszuges - ein Video zeigt den Moment nach dem Zusammenstoß

Ein Handy-Video zeigt das Innere eines der beiden Unglückszüge. Der Film, der gestern vom Passagier Joe Adediran auf Youtube hochgeladen wurde, zeigt, wie er sich unmittelbar nach dem Zusammenstoß durch das Innere des Zuges nach vorne arbeitet.

Adediran hatte zuvor der britischen BBC ein Interview gegeben. In dem waren Ausschnitte aus dem Video zu sehen. Auch auf Tagesschau.de sind Teile des Videos zu sehen.

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In dem Film sind Schreie zu hören. Durch die Luft fliegen Staubteilchen. Stellenweise ist die Decke heruntergebrochen. Passagiere sitzen verstört auf dem Boden, helfen sich gegenseitig auf. Eine Frau bleibt ratlos in ihrem Sitz, hält ein Päckchen Zigaretten in der Hand und wartet auf Helfer.

"Ich kann meinen Arm nicht bewegen", sagte eine Frau. Adediran schiebt ein Metallteil zur Seite, um sie durchzulassen, und sagt der Frau, sie solle zum Ende des Zuges gehen. Am Kopfende des Zuges befreien Passagiere blutende Verletzte aus den Trümmern. Viel fluchen und weinen. Man hört metallische Geräusche.

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Die Passagiere diskutieren, was passiert ist. "Ich glaube, das war der Gegenzug", sagt einer. Ein anderer wundert sich: "Im Ernst? Normalerweise wartet der doch immer so lange." "Der Zug wartet doch normalerweise in Kolbermoor", sagt einer. "Vielleicht hat die Ampel umgeschaltet."

Der Film könnte auch einen Hinweis auf die Unglücksursache geben. Denn die Passagiere sind sich einig, dass ein falsches Signal das Unglück ausgelöst hat. "Er hat gesehen, die Ampel ist umgeschaltet. Scheiße“, sagt ein. "Der Gegenzug ist gekommen. Kolbermoor gewartet. Die Ampel war umgeschaltet. Oh, Fuck!"

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Am Dienstagmorgen waren zwei Nahverkehrszüge frontal ineinander gerast. Das Unglück ereignete sich gegen 6.45 Uhr auf der eingleisigen Strecke zwischen Holzkirchen und Rosenheim.

Die Triebwagen verkeilten sich. Einer der Züge und mehrere Waggons kippten zur Seite. Zehn Menschen starben, 18 wurden schwer, 63 leicht verletzt. Eine Person wurde noch vermisst, wie die Polizei mitteilte. Die Katastrophe ist das schwerste Zugunglück in Bayern seit mehr als 40 Jahren. Laut ersten Ermittlungen ist das Unglück durch menschliches Versagen ausgelöst worden.

Diese Aufnahmen zeigen das Ausmaß der Katatstrophe:

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