WIRTSCHAFT
06/02/2016 11:06 CET | Aktualisiert 06/02/2016 14:56 CET

"Größter Crash dieser Generation": Finanzexperte sagt Mega-Absturz der Weltwirtschaft voraus

dpa

Chaos an den Börsen, schlechte Wirtschaftsdaten, alarmschlagende Finanzexperten: Die Angst vor dem nächsten Crash wächst. Erst kürzlich warnte die Royal Bank of Scotland seine Anleger: "Verkauft alles!" Er warnte vor einem katastrophalem Jahr.

Noch deutlicher wird Albert Edwards, Chefstratege der französischen Großbank Societé Générale. „Es kommt zum größten Crash dieser Generation", warnt Edwards. Er einen Megacrash an der Weltwirtschaft voraus. Darüber berichtet "Focus Money". Um bis zu 75 Prozent von den jüngsten Höchstständen sieht Albert Edwards die Märkte herunterkrachen - und damit noch stärker als im Absturz von 2007 bis 2009, als die Weltfinanzkrise die Kurse um 60 Prozent nach unten getrieben hatte.

Zugegeben: Sein Szenario ist düster, Edwards gilt in der Branche als der "Perma-Bär" - als ein Crashprophet, der ständig Alarm schlägt. Doch Edwards nennt gute Argumente, die einen genaueren Blick lohnen. Einher geht der katastrophale Absturz der Weltbörsen mit einem Handelskrieg „ähnlich dem in den 30er-Jahren“.

Als Grund macht Edwards die ultralockere und "inkompetente Geldpolitik der Zentralbanken" aus. Die Geldschwemme, mit der allen voran die US-Notenbank Federal Reserve, aber dann auch die Europäische Zentralbank unter Mario Draghi die Märkte geflutet haben, führte zu Blasenbildungen. Und das vor allem an Aktienmärkten.

Auch die einst hohen der Rohstoffpreise und die massenhafte kapitalintensive Öl- und Gasgewinnung mittels Fracking in den USA seien nur so möglich gewesen. Das Problem: Die geldpolitische Lockerung habe laut Edwards kaum zu echtem Wachstum geführt. Vor allem nicht in den Industriestaaten des Westens. Dafür aber habe sie die weltweiten Aktienmärkte „bis in die Stratosphäre hochgeblasen“. Die Märkte seien heute krass überbewertet.

Akut ausgelöst werden soll der Crash von einem Währungskrieg der Schwellenländer. Edwards etwa geht davon aus, dass China den Yuan massiv abwerten wird - sodass das Land seine Produkte im Ausland deutlich billiger anbieten kann.

Mit der Verteuerung des Dollar und den immer billiger werdenden Waren aus Asien werde ein „Tsunami der Deflation“ über die Volkswirtschaften der Vereinigten Staaten und Europas schwappen, der die dort immer noch nicht stabilen Ökonomien abwürgen werde, prognostiziert der Börsen-Bär der Société Générale.

Das Beunruhigende: Laut Edwards hat die Krise schon begonnen. Konkret wurde 2015 mit dem schwächsten Wachstum, das China seit einem Vierteljahrhundert verzeichnete, nun offenkundig, dass das globale Bruttoinlandsprodukt nicht mehr ausreicht, um die globalen Schulden zu bedienen.

Die Verluste auf Seiten der kreditgebenden Institute werden dann auch zu einer massiven neuen Bankenkrise führen, in der die am schwächsten kapitalisierten Geldhäuser kippen werden. Realwirtschaftlich befürchtet der Perma-Bär, dass die Rezession auch ein Wiederaufflammen von Handelskonflikten verursachen wird.

Für Sparer ist das ein Horror-Szenario - tritt es ein, könnte eine Krise das gesamte Vermögen vernichten. An den Börsen lässt sich jetzt schon beobachten, dass Anleger in gemeinhin sicher geltende Werte investieren. Der Goldpreis ist enorm gestiegen, außerdem fließt das Geld in Devisen wie den Euro und Yen.

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