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05/02/2016 19:48 CET | Aktualisiert 05/02/2016 19:49 CET

De Maizière: "Gewalt kriecht bis in die Mitte der Gesellschaft"

ASSOCIATED PRESS
German Interior Minister Thomas de Maiziere attends a press conference to present the 2014 migration report in Berlin, Germany, Wednesday, Jan. 6, 2016. In addition to the report, de Maiziere said that in 2015 nearly 1.1 million people were registered as asylum-seekers in the country , including more than 400,000 persons from Syria. (AP Photo/Michael Sohn)

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) zeigt sich besorgt angesichts der Gewaltbereitschaft in Deutschland. "Es ist erschreckend, dass die Gewalt teilweise bis in die Mitte der Gesellschaft kriecht", sagte er laut einer Vorabmeldung gegenüber dem Nachrichten-Magazin "Der Spiegel". Die fremdenfeindlichen Angriffe in Deutschland haben 2015 einen traurigen Rekord erreicht.

1005 Straftaten wurden bei Angriffen auf Asylbewerberheime 2015 gezählt - 2014 waren es noch 198. 95 davon waren Brandstiftungen. Bereits am Mittwoch sagte der Innenminister bei den 10. Berliner Sicherheitsgesprächen des Bundes Deutscher Kriminalbeamter: „Wir haben in Deutschland ein Problem mit fremdenfeindlicher Gewalt“.

Ursache ist für de Maiziere eine „Entgrenzung“ in der Kommunikation zwischen den Menschen. Gewalt in der Sprache führe zu Gewalt in der Realität. Deshalb müsse man auch bei der Kommunikation ansetzen, zum Beispiel in den sozialen Netzwerken. Hasskommentare dürften nicht ignoriert, sondern müssten verfolgt werden.

Auch Sicherheitsbehörden zeigen sich beunruhigt: "Die Befürwortung von Gewalt gegen Flüchtlinge steigt nicht nur unter Rechtsextremen, sondern auch in der normalen Bevölkerung", sagte die Konfliktforscherin Beate Küpper von der Hochschule Niederrhein dem "Spiegel". Lange sicher geglaubte gesellschaftliche Normen kämen ins Wanken.

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