"Schwierige Situation für Merkel": Schäuble verrät seine Kanzler-Pläne

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Kann sich Angela Merkel noch als Kanzlerin halten? Und wenn nicht, wer kommt dann? Die Liste der Kandidaten ist überschaubar. Der Favorit vieler Beobachter, zumindest für eine Übergangszeit: Finanzminister Wolfgang Schäuble.

Der Mann ist 73, extrem erfahren, seit 1972 Mitglied im Bundestag - und damit der dienstälteste Abgeordnete.

Er ist in der Bevölkerung beliebt, stieg im Januar zu dem Politiker auf, mit dem die Menschen am zufriedensten sind.

Er ist respektiert in der Partei, wenn auch wegen seiner Ungeduld und Härte nicht geliebt.

"Quatsch mit Soße"

Jetzt hat er in der „Passauer Neuen Presse“ über die Spekulationen gesprochen, er könne Merkel nachfolgen.

Schäuble sagte: „Das ist alles Unsinn, was da spekuliert wird. Ich lasse mich davon überhaupt nicht beeindrucken.“

Früher in seiner Karriere war Schäuble immer wieder als Kanzlerkandidat im Gespräch gewesen. Helmut Kohl hatte ihn 1997 sogar mit folgendem Satz bedacht: "Jeder weiß, ich wünsche mir, dass Wolfgang Schäuble einmal Bundeskanzler wird."

Auf mögliche aktuelle Ambitionen angesprochen sagte Schäuble der "PNP": „Das wollte ich seit meiner Geburt … – Quatsch mit Sauce! Mich fasziniert das politische Engagement. Ich war immer loyal. (...) Darauf lege ich größten Wert. Ich bin kein Mensch, der in einer Regierung gegen den eigenen Regierungschef intrigiert. Das ist nicht meine Art. Ich muss hier nichts mehr beweisen.“

"Natürlich schafft Merkel das"

Er stellte sich demonstrativ hinter Merkel:“ Im Augenblick erlebt die Kanzlerin eine schwierige Situation (...). Das ändert aber nichts daran, dass sie eine sehr erfolgreiche Kanzlerin ist.“ Natürlich schaffe sie das.

Er unterstützte außerdem ausdrücklich Merkels Kurs, die Flüchtlingskrise international lösen zu wollen. Auch wenn er, anders als Merkel, ausdrücklich sagte, Deutschland dürfe nicht darauf warten, dass alle EU-Länder mitziehen. Deutschland müsse mit jenen arbeiten, die dazu bereit seien.

Schäuble sagt viel - aber nicht Nein

Das klingt zunächst einmal nach Absage. Tatsächlich aber ist es keine.

Schäuble sagt mit keinem Wort in dem Interview, dass er eine Kanzlerschaft ausschließt. Er schließt nur aus, Angela Merkel an den Karren zu fahren. Ein Manöver, das ihm viele Sympathien kosten könnte.

All das passt auch zu dem, was Schäuble im letzten halben Jahr gesagt hat. „Adenauer war bei Amtsantritt 73 Jahre alt", sagte er. Also genauso alt wie er selbst.

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