POLITIK
05/02/2016 05:13 CET | Aktualisiert 05/02/2016 08:45 CET

Diese 5 Ergebnisse der Terror-Razzien müsst ihr wissen

DPA
Polizisten führen einen mit einem Tuch verdeckten Verdächtigen ab

Gestern führten die deutsche Polizei Razzien in der Islamisten-Szene durch. Bei dem Einsatz gegen mutmaßliche Anhänger der Terrororganisation "Islamischer Staat" in mehreren Bundesländern (Berlin, NRW, Niedersachsen) waren mehrere hundert Polizisten im Einsatz. Allein in Berlin durchsuchten 450 Beamte vier Wohnungen und zwei Betriebe.

Vier Männer wurden festgenommen. Die Algerier im Alter zwischen 26 und 49 Jahren haben womöglich einen Anschlag in der deutschen Hauptstadt geplant. An diesem Freitag will die Polizei weitere Details bekanntgeben und ein Foto von einem der vier Anhänger der Terrormiliz IS veröffentlichen, die im Verdacht stehen, eine schwere staatsgefährdende Gewalttat vorbereitet zu haben.

Wir groß war die Gefahr, die von den Männern ausging? Diese fünf Dinge über die Razzien müsst ihr wissen:

1. Es wurden keine Waffen oder Sprengstoff gefunden

Bei den Durchsuchungen am Donnerstag in Berlin, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen waren nach Angaben der Berliner Staatsanwaltschaft keine "gefährlichen Gegenstände" gefunden worden.

2. Es gab auch keine konkreten Anschlagsziele

Es gebe zwar weiter eine "abstrakt hohe Terrorgefahr", aber keine konkreten Anschlagsziele, sagte Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) am Donnerstag in der RBB-"Abendschau".

Medien hatten berichtet, die mutmaßlichen Terroristen hätten einen Terroranschlag in Berlin am Alexanderplatz oder am "Checkpoint Charlie" geplant. Der frühere Grenzkontrollpunkt zwischen Ost und West ist ein Touristenmagnet. "Das ist etwas, was wir überhaupt nicht bestätigen können - weder was den "Alex" betrifft, noch was den "Checkpoint Charlie" betrifft", sagte Henkel dazu - und: "Ein bisschen Zurückhaltung in der Frage wäre angebracht - statt Hysterie."

3. Die Polizei griff ein, weil sie die Verdächtigen nicht mehr abhören konnte

Die Polizei hat sich unter anderem wegen ausbleibender neuer Erkenntnisse bei der Telefonüberwachung der vier algerischen Anhänger des IS zum Zugriff entschlossen.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen vom Donnerstag ergab die Abhöraktion in den vergangenen Tagen keine weiteren Informationen, die Erkenntnisse im Zusammenhang mit den mutmaßlichen Anschlagsplänen erhärtet hätten. Möglicherweise hätten die Verdächtigen den Verdacht geschöpft, dass sie überwacht wurden. Zudem hätten die Verdächtigen ständig ihre Kommunikationsmittel gewechselt und unter anderem auch Mobiltelefone weggeworfen.

4. Es gibt vielleicht eine Verbindung zu den Paris-Anschlägen ...

Einer der verdächtigen sei vor wenigen Wochen mindestens einmal in die Brüsseler Gemeinde Molenbeek gereist, hieß es. Dort hatte auch der getötete mutmaßliche Drahtzieher der islamistischen Anschläge in Paris vom 13. November, Abdelhamid Abaaoud, gelebt. Molenbeek gilt als Islamistenhochburg.

Informationen der Zeitung "Tagesspiegel, nach denen führende IS-Mitglieder in Syrien die Anschlagspläne in Auftrag gegeben hätten, ließen sich am Abend nicht erhärten. Der "Tagesspiegel" hatte berichtet, bei den Kadern habe es sich zum Teil um dieselben IS-Kader gehandelt, die hinter den Pariser Anschlägen vom November vergangenen Jahres gesteckt hätten.

5. ... aber keine zu den Terrorwarnungen in Hannover und München

Eine Verbindung zu den Terrorwarnungen an Silvester in München oder zur Absage eines Fußball-Länderspiels in Hannover im November sei derzeit nicht zu erkennen, hieß es in Sicherheitskreisen. Auch konkrete Hinweise auf geplante Anschläge gegen Karnevalsumzüge gab es bei den Behörden nicht. In Sicherheitskreisen wurde ein solcher Zusammenhang aber auch nicht ausgeschlossen.

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